Frau mit Taschentuch niest

Allergiesymptome im Winter: Hausstaub-, Tierhaar- & Kreuzallergien können dann verstärkt werden

Bei dem Wort Allergie klingeln bei vielen die Sommer-Glocken: Pollen, Heuschnupfen & Co. Doch auch im Winter sind viele Allergiker*innen von Symptomen geplagt. Heizungsluft wirbelt Staub auf und damit auch Milben- und Tierhaarallergene. Und dann sind da noch Kreuzallergien… Erfahre hier, was du über Allergien im Winter wissen solltest. 

Typische Allergien im Winter 

Wird es gegen Ende des Jahres kühler und nasser, verbringen die meisten Menschen wieder mehr Zeit in Innenräumen. Auch die Allergien, die zu dieser Jahreszeit vermehrt zu Symptomen führen, werden in erster Linie drinnen ausgelöst. Zu den typischen Winter-Allergien gehören: 

Obwohl diese Allergien das ganze Jahr über lästig sein können, steigt das Risiko für starke Beschwerden (brennende Augen, Schnupfen, Hautausschlag) im Winter

Frau und Hund liegen im Bett

Gründe für Allergiesymptome im Winter

Fenster zu, Heizung an. In vielen Haushalten gehört das ab Oktober, November zur Routine. Verständlich wenn es draußen ungemütlich wird. Doch leider bietet das die perfekten Bedingungen für manche Allergene. Warum ist das so? 

4 Gründe für stärkere Allergiesymptome im Winter

  1. Heizungsluft verteilt Allergene

Mit der Heizungsluft wird vermehrt Hausstaub in der Luft verteilt . An diesem Hausstaub kleben Allergene von Milben, die für Allergiesymptome sorgen können. Obwohl Hausstaubmilben im Winter sterben, bleiben die Allergene noch lange Zeit vorhanden. Sie befinden sich im Milbenkot, der durch die trockene Luft der Heizung zerfällt und somit noch stärker verteilt wird.

Auch Tierhaare und Tierallergene werden durch Heizen aufgewirbelt und machen das Zusammenleben mit dem Haustier als Allergiker*in im Winter deutlich schwerer. 

  1. Geschlossene Fenster 

Im Sommer bleiben bei vielen die Fenster länger oder sogar durchgehend geöffnet. Im Winter hingegen wird nur vereinzelt gelüftet. Das führt zu wenig “Luftaustausch” in der Wohnung und es wird weniger allergenfreie Luft eingeatmet. 

  1. Weniger draußen

Da wir uns im Winter mehr in Innenräumen aufhalten, wird auch der Kontakt zu Allergenen wie Hausstaubmilben oder Schimmelpilz intensiver. Durch den ständigen Kontakt mit Allergenen verstärken sich auch meist die Symptome.

  1. Kondenswasser 

Der Temperaturunterschied zwischen beheizten Wohnungen und niedrigen Außentemperaturen lässt an den Fensterscheiben oft Kondenswasser entstehen. Durch die hohe Feuchtigkeit kann schneller Schimmel entstehen. Je mehr Schimmel es gibt desto mehr Sporen sind auch in der Luft, die beim Einatmen zu Allergie Symptomen führen können.   

Häufiges Stoßlüften ist daher eine der wichtigen Maßnahmen, um Allergien im Winter zu reduzieren.

Frau und Kind in weißem Raum

Was tun gegen Allergien im Winter 

Den eigenen Wohnraum staubfrei zu halten ist im Prinzip unmöglich. Doch es gibt einige Maßnahmen, die gerade im Winter helfen können, allergische Reaktionen zu reduzieren.

Hilfreiche Maßnahmen bei Milbenallergie:

  1. Mehrmals am Tag kurz stoßlüften (und dabei Heizkörper abschalten)
  2. Räume mit erhöhter Luftfeuchtigkeit (Badezimmer, Waschraum, Küche) länger lüften
  3. Nicht zu stark Heizen (<23 °C)
  4. Auf optimale Luftfeuchtigkeit achten (40-60%) Hilfsmittel wie Hygrometer und bei Bedarf Luftbefeuchter sind empfehlenswert
  5. Je frischer die Luft desto besser: Duftkerzen, Räucherstäbchen und ähnliche Stoffe, die die Luft belasten, meiden

Pollenallergie im Winter?

Ein weiterer Grund für triefende Allergikernasen im Winter ist der Klimawandel. Da Winterperioden immer milder werden, beginnt der Pollenflug jedes Jahr früher und hält auch länger an. So kommt es, dass Frühblüher (Hasel, Erle) bereits im Dezember ihre Pollen in die Umwelt abgeben und Gräser (typische Spätblüher) sogar bis November.

Leider sind daher Pollenallergiker*innen, für die bisher der Winter eine Phase der Erholung war, auch in dieser Jahreszeit häufig von Symptomen geplagt. 

Oft kommt es zusätzlich noch zu Kreuzreaktionen: Das Immunsystem verwechselt Stoffe, die von der Struktur einem Allergen ähnlich sind und reagiert fälschlicherweise.

Verwirrtes Immunsystem: Kreuzallergien   

Wer unter einer Pollenallergie leidet und zusätzlich auf bestimmte Nüsse, Gewürze oder Obstsorten reagiert, hat nicht immer auch eine Lebensmittelallergie. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Kreuzallergie.

Eine Kreuzallergie bezeichnet eine überempfindliche Reaktion des Immunsystems auf Stoffe, deren Eiweißbestandteile dem eigentlichen Allergen (auf das bereits davor allergisch reagiert wurde) sehr ähnlich sind.

AllergenKreuzallergie
BaumpollenApfel, Haselnuss, Pfirsich, Nektarine
Kirsche, Kiwi, Karotte, Kartoffel, Sellerie, Soja
BeifußpollenSellerie, Mango, Gewürze, Sonnenblumenkerne 
Weintraube, Litschi, Karotte
Häufig festgestellte Kreuzallergien

Um eine Kreuzallergie zu vermeiden, kann es helfen die betroffenen Nahrungsmittel zu erhitzen. Dadurch verändert sich die Struktur der Eiweißbestandteile und das Immunsystem ordnet sie in den meisten Fällen nicht mehr als Allergene ein. Und was gibt es schöneres im Winter als eine warme Mahlzeit 😉 

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