Katze sitzt vor Tür im Freien

Was tun bei Katzenallergie: Karenz, Medikamente, Haushaltstipps oder Immuntherapie

Wenn Maxi, der Stubentiger für brennende Augen sorgt, kommt bei vielen Tierbesitzern Unmut auf. Was kann ich tun gegen die Katzenallergie, ohne Maxi wegzugeben?
Tatsächlich können leichte Symptome mit Medikamenten, Änderungen im Haushalt oder einer Immuntherapie gelindert werden. Oder sogar durch eine Impfung? Hier kommen die Details.

Was tun gegen Katzenallergie: Überblick

Die meisten Beschwerden einer Katzenhaarallergie – wie sie von vielen genannt wird – sind für Betroffene sehr unangenehm und eine schnelle oder dauerhafte Linderung wird gewünscht. Je nachdem wie stark die Allergiesymptome sind, kommen für eine Behandlung mehrere Möglichkeiten in Frage: 

  1. Karenz: Ist die Allergie stark ausgeprägt, muss die eigene Katze weg. Das tut weh, aber die Meidung des Allergens ist in diesem Fall die Basis der Behandlung.
  2. Haushaltsregeln: Mit viel Reinigen, Saugen und Lüften kann die Allergenmenge zuhause reduziert werden.
  3. Symptombehandlung: Mit Creme, Nasenspray oder Tabletten können akute Symptome gelindert werden. 
  4. Hyposensibilisierung: Als kontrollierte Therapie wird das Immunsystem an das Allergen gewöhnt.
  5. Katzenimpfung: Forscher entwickeln einen Impfstoff gegen die Ausschüttung von Allergenen bei Katzen.
rote Katze liegt auf Teppich

Karenz: Allergene meiden 

Ab einer gewissen Stärke der Allergie, führt aktuell noch kein Weg daran vorbei die eigene Katze abgeben zu müssen. Wenn sich Allergiesymptome früh und stark zeigen, reicht es nicht aus die eigene Wohnung mit Katze penibel rein zu halten. 

Katzenallergene (Fel d 1) sind sehr leicht und hartnäckig, sodass sie sich schnell verbreiten und lange Zeit an Teppichen, Kleidung & Co kleben. Daher wird besonders bei Tierhaarallergien in erster Linie zur Karenz als Behandlung geraten, da es “einfacher” ist ohne Katzen zu leben als beispielsweise ohne Milben.

Schwere Folgen bei Katzenallergie
Auch wenn es schwer fällt, solltest du eine Katzenallergie ernst nehmen und wenn nötig dich von deiner Katze trennen. Wer eine Allergie ignoriert, riskiert schwere Folgen in den Atemwegen (Asthma bronchiale) oder der Haut (Neurodermitis). Zusätzlich kann dein Körper auf weitere Stoffe Allergien bilden, was die Beschwerden verstärkt.

Hausmittel gegen Katzenallergie: Putzen, Waschen, Lüften

Je weniger Allergene sich in der Umwelt befinden, desto geringer ist das Risiko einer allergischen Reaktion. Beim Zusammenleben mit einer Katze trotz Katzenallergie heißt das, auf einen besonders sauberen Haushalt zu achten. 

Mit diesen Tipps kannst du unter Umständen dein Zuhause mit Katze frei von Allergenen halten: 

  • Katzenfreie Zonen: Schlafzimmer und am besten auch das Badezimmer sollten für die Katze tabu sein.
  • Vor dem Schlafzimmer ausziehen: An Kleidung sammeln sich Allergene. Die getragene Kleidung sollte daher nicht ins Schlafzimmer
  • Täglich umziehen: täglich frische Kleidung reduziert die Allergen-Menge am eigenen Körper. 
  • Oft waschen: Kleidung, Kissen, Decken, Bettwäsche so oft es geht waschen.
  • Allergensammlungen vermeiden: Deko-Kissen, Teppiche und unnötige Polstermöbel reduzieren.
  • Oft putzen: Min. 2 mal die Woche sollte die Wohnung gesaugt und gewischt werden. Ein Nass-Sauger mit Allergiefilter (HEPA Filter) kann die Arbeit erleichtern. Auch die Wände sollten regelmäßig abgewischt werden. 
  • Lüften: Regelmäßiges Lüften hilft Allergene aus der Luft zu entfernen. Eine Studie hat gezeigt, dass Raumluftfilter diesen Effekt unterstützen.
  • Hände waschen: Nach direktem Kontakt mit der Katze sofort Hände waschen. Bitte nicht ablecken lassen.
  • Katzenwäsche: Lass deine Katze von jemand anderem regelmäßig im Freien bürsten. Je weniger Haare sie in der Wohnung verliert, desto geringer ist die Ausbreitung von Allergenen.

Und wenn es trotz all dieser Maßnahmen dann doch mal zu leichten allergischen Reaktionen kommt, können diese akut behandelt werden. 

Medikamente gegen Allergie

Symptom­behandlung: Salben, Sprays, Tabletten

Katzenallergene werden durch ihre Besitzer*innen oft auch an öffentliche Orte (Bus, Kino, Schule, Restaurants…) getragen, wo sich auch Allergiker*innen befinden. So kann es selbst ohne Katze in der Nähe zu allergischen Reaktionen kommen. Je nachdem wie stark diese ausgeprägt sind, gibt es unterschiedliche medizinische Mittel, um sie zu lindern: 

MedikamentSymptomWirkstoff
SalbenHautreaktionDexpanthenol, Urea, Aloe Vera
Tablettenallg. gegen AllergieCetirizin, Fexofenadin
Nasenspray; Lösungen zum Inhalieren, Schnupfen,geschwollene SchleimhäuteKortison
Augentropfengerötete, geschwollene AugenAzelastin
Medikamente zur Linderung von Allergiebeschwerden

Egal ob mit Creme, Pillen oder Sprays, die Behandlung mit Medikamenten dieser Art lindert nur die Symptome und heilt keine Allergie. Sie sollten besonders bei starken Allergien keine alleinige Dauerlösung sein. 

Doch es gibt auch langfristigere Behandlungen, die zum Teil auch bei Katzenallergien eingesetzt werden.

Desensibilisierung: Gewöhnungskur für das Immunsystem 

Obwohl sie seltener durchgeführt wird, besteht auch bei Katzenallergien die Möglichkeit einer Hyposensibilisierung. 

Eine Hypo- oder Desensibilisierung zielt darauf ab, das Immunsystem an ein bestimmtes Allergen zu gewöhnen

Während eines bestimmten Zeitraums (meistens 3 Jahre) werden dem Körper kleine Mengen des Allergens zugeführt. Dadurch soll sich der Körper an den Stoff gewöhnen und ihn nicht mehr als gefährlich einstufen.

Allerdings ist diese Immuntherapie bei Tierhaarallergien meist Menschen vorbehalten, die “gezwungenermaßen” den Kontakt zu Tieren nicht meiden können (Tierärzt*innen, Menschen mit Blindenhund).

Öfter wird sie bei folgenden Allergien angewendet: 

  1. Baumpollen
  2. Gräser-, Kräuter-, Getreidepollen
  3. Hausstaubmilben

Impfung für die Katze?

Seit einigen Jahren entwickeln Forscher*innen einen Impfstoff für Katzen, um Allergene zu reduzieren. Der Impfstoff HypoCat löst bei der Katze eine Reaktion mit Antikörpern aus, die das Allergen binden. Somit werden bis zu 85% weniger Allergene gebildet und an die Umwelt abgegeben. 

Wann und ob dieser Impfstoff öffentlich zugänglich sein wird, steht bisher noch nicht fest. Doch damit steigt die Hoffnung, dass in Zukunft wieder mit Maxi geschmust werden darf, ohne triefende Nase. 🙂 

Dein Weg zu mehr Wohlbefinden