Kind steht im Gras und hält Taschentuch

Alles über Allergien: Arten, Symptomatik, Tests und Medikamente im Überblick

WOW, das Thema Allergien ist einfach riesig. Wir fassen für dich hier die wichtigsten Punkte rund um Allergien zusammen. Symptome, Typen, häufige Allergien, Testmöglichkeiten, Medikamente und noch vieles mehr. 

Was ist eine Allergie? 

Vereinfacht gesagt ist eine Allergie eine Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers auf bestimmte Stoffe. Eigentlich harmlose Fremdstoffe werden vom Organismus als Gefahr oder Bedrohung eingestuft und das Immunsystem reagiert. Wegen diesem Abwehrmechanismus haben Betroffene teil mit heftigen Beschwerden, wie Hautausschlag, geschwollenen Augen oder Heuschnupfen, zu kämpfen.

Ursachen und Risikofaktoren für Allergien

Genetische Risikofaktoren für eine Allergie

Genetische Faktoren können bei Allergien eine Rolle spielen. Bei Menschen, deren Eltern bereits Allergiker sind, besteht ein erhöhtes Risiko für Allergien und deren Folgeerkrankungen (Asthma bronchiale, Heuschnupfen etc.). Bei familiär bedingter Neigung zu Allergien, spricht man von einer Atopie. Allergien, die bereits im Kindes- oder Jugendalter auftreten, bleiben häufig ein Leben lang bestehen.

Natürlich können Allergien aber auch erst im Erwachsenenalter auftreten. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese sich wieder zurückbilden, liegt etwas höher.

Äußere Risikofaktoren für eine Allergie

Begünstigt werden Allergien aber nicht nur durch die Genetik, sondern auch durch Umwelteinflüsse, wie etwa die Ernährung, Luftverschmutzung, Zigarettenrauch etc. Ein exaktes Erklärungsmodell gibt es dafür aber nicht. Auch nicht für die dramatische Zunahme von allergischen Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten. (Quelle: RKI)

Entstehung von Allergien: Die Sensibilisierung

Eines vorweg: Wir können nicht beim ersten Kontakt mit einem potentiellen Allergen wissen, ob wir darauf eine Allergie haben oder nicht. Der Grund dafür liegt in der Entstehung von Allergien. Es muss nämlich zumindest einen Allergen-Kontakt vorab gegeben haben – die Sensibilisierung -, bevor es zu allergischen Reaktionen kommt. 

Treffen wir das erste Mal auf ein Allergen bzw. einen Fremdstoff, entscheidet das Immunsystem, ob es ihn als Gefahr einstuft oder nicht. Hält das Immunsystem dann diesen eigentlich harmlosen Fremdstoff für bedrohlich, schüttet der Körper IgE-Antikörper aus. Eine allergische Reaktion bleibt aber erstmal noch aus

Erst ab dem zweiten Kontakt mit dem Allergen schüttet der Körper Histamin aus und allergische Reaktionen sind die Folge. 

Unterschied Allergie vs. Unverträglichkeit 

Eine Allergie unterscheidet sich maßgeblich von einer Unverträglichkeit und auch von einer Intoleranz. Bei einer Unverträglichkeit sind es im Vergleich schwache Symptome beziehungsweise treten sie zeitverzögert (6 – 72 Stunden später) auf, bei einer Allergie folgen die Symptome sofort und können sogar lebensbedrohlich ausfallen. Beides unterliegt einer Überreaktion des Immunsystems. Eine Intoleranz ist dagegen ein Enzymdefekt, die Symptome treten 30 bis 120 Minuten nach dem Kontakt auf. 

Aber nicht nur die Symptomatik, auch die Diagnose und Behandlung unterscheiden sich enorm.

Frau muss niesen mit Hund und Blumen

Die häufigsten Allergien

Alles über die häufigsten Allergene und Allergieerkrankungen:

Die häufigsten Allergene

Es braucht einen Auslöser für eine allergische Reaktion, sogenannte Allergene. Eigentlich harmlose Inhaltsstoffe (Proteine oder Glycoproteine) stuft der Organismus als gefährlich ein. 

Potentielle Allergene sind:

Die häufigsten Allergieerkrankungen

Das Robert Koch-Institut erhebt im Rahmen des Gesundheitsmonitorings (DEGS) regelmäßig Daten zu den häufigsten allergischen und atopischen Erkrankungen. 

Die häufigsten Allergieerkrankungen sind:

  1. Asthma bronchiale
  2. Heuschnupfen
  3. Neurodermitis
  4. Urtikaria
  5. Kontaktekzeme

Die Häufigkeit von Allergieerkrankungen

Bei rund 30% der Erwachsenen in Deutschland wird einmal eine Allergieerkrankung ärztlich diagnostiziert und aktuell leiden rund 20% an mindestens einer Allergie. Interessant ist, dass potentiell Frauen häufiger betroffen sind als Männer und jüngere Menschen häufiger als ältere. Außerdem leiden Menschen in Großstädten häufiger an Allergien als Menschen auf dem Land. (Quelle: RKI – DEGS)

Frau mit Taschentuch niest

Symptome einer Allergie

Symptome einer Allergie können sein:

  • Schnupfen, Husten und Niesen (Heuschnupfen) 
  • Atemprobleme
  • tränende oder juckende Augen
  • Juckreiz 
  • Hautausschlag
  • Schwellungen der Schleimhäute
  • Magen-Darm-Probleme

Die Symptome treten meistens sofort nach dem Kontakt mit dem Allergen auf, manchmal auch wenige Stunden später. Bei einer sehr starken Allergie können auch mehrere Organsysteme gleichzeitig betroffen sein und es kommt zum anaphylaktischem Schock, was lebensbedrohlich sein kann.

Kreuzallergie

Bei Allergien bestehen häufig sogenannte Kreuzallergien. Bei einer Kreuzallergie reagiert man auf Substanzen, die in ihrer Struktur bestimmten Allergenen ähneln. Der Körper stuft dann auch diese Substanz als gefährlich ein und reagiert wie bei der Allergie mit den typischen Symptomen. 

Wie teste ich mich am besten auf Allergien?

Ein Allergietest kann mit verschiedenen Methoden durchgeführt werden:

  • Hauttest = Pricktest
  • Epikutantest = Pflastertest
  • Bluttest
  • Provokationstest

Wenn du mehr über Allergie-Testmöglichkeiten erfahren möchtest, dann findest du hier weitere Informationen

Medikamente gegen Allergie

Behandlung von Allergien: Medikamente, Hyposensibilisierung

Die Behandlung einer Allergie kann folgende Maßnahmen betreffen:

  • Allergenkarenz: man vermeidet den Kontakt mit dem Allergen. Die Umsetzbarkeit ist von der Allergie abhängig.
  • Medikamente: Antihistaminika, Kortison-Präparate/-Cremes
  • Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie):  über 3-5 Jahre erhält man regelmäßig niedrige Dosen des Allergens, per Spritze, Tablette oder Tropfen verabreicht. Vor allem bei Allergien auf Pollen, Hausstaubmilben oder Insektengift üblich.