Frau streichelt Meerschweinchen

Tierhaar­allergien: Nicht nur Hund & Katze können Allergien auslösen. Pferde, Nager & Vögel gehören auch dazu

Die wahrscheinlich bekannteste Tierhaarallergie ist die Katzenallergie. Doch auch weitere Tiere können Allergien auslösen. Allerdings reagiert man weder auf die Haare der Tiere, noch auf alle Tiere gleichzeitig. Was das bedeutet und wie du Tierhaarallergien erkennen kannst, erfährst du hier!

Tierhaarallergie, was ist das?

Tierhaarallergie ist der Sammelbegriff für allergische Reaktionen, die von Tieren ausgelöst werden. Dabei sind es nicht die Haare, die verantwortlich sind, sondern bestimmte Eiweißsmoleküle (Allergene) in Speichel, Urin, Talg oder der Haut. Diese Allergene können an Haaren haften, z.B. durch Ablecken des Fells, sodass Allergien oft mit Tierhaaren in Verbindung gebracht werden. 

Die Tierhaarallergie an sich gibt es im Prinzip nicht. Allergiker*innen reagieren immer auf ein bestimmtes Tier, denn jedes hat eigene Allergene. Wenn du auf mehrere Tiere allergisch reagierst, kann eine Kreuzallergie vorliegen, da sich beispielsweise die Allergene von Katzen (Fel d 4), Hunden (Can f 6) und Pferden (Equ c 1) strukturell sehr ähneln. 

Allergische Reaktionen werden entweder durch den direkten Kontakt mit dem Tier (Hautirritationen) oder über das Einatmen von Allergenen ausgelöst. Da Hautpartikel, Speichelreste und Tierhaare an der Kleidung ihrer Besitzer*innen oder auch über die Luft verteilt werden, kann es auch an Orten ohne Tiere (Schule, Restaurants, Kinos, Bussen) zu jeglicher Art von Tierhaarallergie Symptomen kommen. 

Hund liegt auf roter Liege in der Sonne

Diese Tierhaarallergien gibt es 

Im Prinzip können alle Tiere Allergien auslösen. Die größten Schwierigkeiten bereiten jedoch Haustiere, da wir sehr eng mit ihnen zusammenleben

Durch diese Haustiere kommt es vermehrt zu Allergien: 

  1. Katzen
    Katzenallergie ist die häufigste Tierhaarallergie. Da Katzenhaare und Allergene sehr leicht sind und lange an Kleidung und Möbel haften, ist man ihnen vielerorts ausgesetzt. Man spricht bei Katzen von “aggressiven Allergenen”. Und je intensiver der Kontakt zu Allergenen, desto wahrscheinlicher ist eine allergische Reaktion. 
  1. Hunde
    Hundeallergien gibt es viel seltener als Katzenhaarallergien. Hunde-Allergene sind einerseits viel harmloser als die der Katze und andererseits schwankt die Allergen Menge deutlich zwischen Rassen, dem Geschlecht und sogar von Tier zu Tier. Allergenfreie Hunde gibt es jedoch nicht.
  1. Pferde
    Auch Pferde können zu allergischen Reaktionen führen. Die Allergene, die sich in Hautschuppen, Urin und Schleimhäuten befinden, werden über die Luft aber auch die Kleidung weitergetragen. Der “Vorteil” an Pferden ist, dass sie nicht in der eigenen Wohnung leben. So kann durch wechseln der Kleidung, der Großteil der Allergene “draußen bleiben” und du zuhause aufatmen.
     
  2. Nagetiere
    Sie sind klein aber gar nicht so ungefährlich für Allergiker*innen. Allergene im Urin von Meerschweinchen oder Hautschuppen und Fell bei Kaninchen können starke allergische Reaktionen auslösen. Nicht selten kommt es sogar zu schwerem Asthma durch Maus, Ratte & Co. 
  1. Vögel
    Vögel haben keine Haare, können aber – wenn auch selten – Allergien auslösen. Die allergischen Eiweißstoffe, befinden sich in Federn und im Kot der Tiere. Da sich im Federkleid jedoch auch Hausstaubmilben sehr wohl fühlen, können auch sie für allergische Symptome verantwortlich sein.
Katze liegt vor Frau die niest

Symptome bei Tierhaarallergien

Bei Tierhaarallergien handelt es sich um Kontaktallergien mit Sofortreaktion. Das bedeutet Beschwerden treten direkt nach dem Kontakt mit Allergenen auf und in erster Linie dort, wo sie den Körper zuerst berühren. An diesen Stellen wird Histamin ausgeschüttet, um den Körper (eigentlich unnötig) zu schützen.

Werden mit Staubpartikeln Allergene eingeatmet, kommt es zu Störung der Atemwege, besonders über die Nase. Gelangen sie in die Augen, reagiert der Körper dort. Der direkte Kontakt, beispielsweise durch Streicheln, führt zu Hautreaktionen. 

Diese allergischen Reaktionen sind typisch bei Tierhaarallergien

  • häufiges Niesen, juckende Nase & Fließschnupfen 
  • brennende, juckende, gerötete Augen
  • Ausschläge, Rötungen, Juckreiz der Haut
  • Reizhusten bis hin zu Asthmaanfällen & Atemnot

Da Tierhaarallergene sich sehr schnell und intensiv verbreiten können, ist eine Diagnose nicht immer sehr einfach. Wer denkt schon an Katzenallergie, wenn der Besuch im Kino zu Niesattacken führt?!

Tierhaarallergie feststellen

Da Tierhaarallergien häufige Gründe für gesundheitliche Beschwerden sind, gibt es bereits mehrere ausgereifte Testverfahren für eine Diagnose.

TestErklärung
PricktestHauttest
kleine Allergen-Dosen sollen Reaktion hervorrufen 
Schwellungen, Rötungen, Juckreiz möglich
BluttestBlutanalyse im Labor 
Bestimmung von IgE-Antikörper zur Feststellung von Allergien 
Symptomfrei
EpikutantestPflastertest
Allergene werden min. 24 Stunden auf den Rücken geklebt, um Reaktion hervorzurufen 
Schwellungen, Rötungen, Juckreiz möglich
Testverfahren zur Feststellung von Tierhaarallergien
Staubsauger auf Teppich

Tierhaarallergie festgestellt, was nun?

Auch wenn es den meisten sehr schwer fällt, sollte bei einer festgestellten Tierhaarallergie, der Kontakt zum jeweiligen Tier so gut wie möglich vermieden werden. Doch es muss nicht immer bedeuten, das Haustier wegzugeben. 

Mit verschiedenen Anpassungen im Haushalt und gründlichen Hygienemaßnahmen, kann ein Zusammenleben trotzdem funktionieren: 

  • Keine Tiere im Schlafzimmer 
  • Vor dem Schlafzimmer die Kleidung ausziehen: An Kleidung sammeln sich viele Allergene. Die getragene Kleidung sollte nicht ins Schlafzimmer
  • Täglich umziehen: frische Kleidung reduziert die Allergen-Menge am eigenen Körper. 
  • Oft waschen: Kissen, Decken, Bettwäsche, Kleidung so oft es geht waschen.
  • Staubfänger vermeiden: Deko-Kissen, Teppiche und Polstermöbel reduzieren. Glatte Möbel sind zu empfehlen!
  • Regelmäßig putzen2 mal die Woche sollte die Wohnung mindestens gesaugt und gewischt werden. Ein Nass-Sauger mit Allergiefilter (HEPA Filter) kann die Arbeit erleichtern. Auch die Wände sollten abgewischt werden. 
  • Lüften: Intensives Lüften hilft Allergene aus der Luft zu entfernen
  • Hände waschen: Nach direktem Kontakt mit dem Tier sofort Hände waschen. Bitte nicht ablecken lassen.

Wenn es doch zu Symptomen kommt, können bestimmte Medikamente die Beschwerden lindern. Neben Nasensprays und Augentropfen (lokale Behandlung), gibt es auch Allergie-Tabletten, die ganzheitlich allergische Reaktionen blockieren. Sie werden als Antihistaminika bezeichnet, da sie die Ausschüttung von Histamin reduzieren. 

In manchen Fällen kann auch eine Desensibilisierung bei Tierhaarallergien durchgeführt werden. Bei dieser Immuntherapie wird das Immunsystem über einen längeren Zeitraum (3-5 Jahre) mit kleinen Allergen-Dosen an das Allergen gewöhnt, damit das Allergen nicht mehr als Gefahr eingestuft wird. 

Diese Behandlung ist meist Menschen vorbehalten, die den Kontakt zu Tieren nicht genug reduzieren können, wie Tierärzt*innen, Menschen mit Blindenhunden.