Nahrungsmittel­unverträglichkeitstests auf IgG4 Basis

Nahrungsmittel­­unverträglichkeiten – eine interdisziplinäre Herausforderung

Die Vision und Mission von kiweno

kiweno hat sich zum Ziel gesetzt, den Zugang zu Informationen über den eigenen Körper zu vereinfachen und einer breiten Masse zugänglich zu machen. Dafür hat kiweno gemeinsam mit seinem Partnerlabor Probenentnahme-Kits und Analyseverfahren optimiert, um Menschen eine unkomplizierte Testdurchführung auf medizinisch sinnvolle Parameter von zu Hause aus zu ermöglichen.

Prävention ist uns wichtig. Wir setzen hier bei der Sensibilisierung unserer Nutzer im Umgang mit ihrer Ernährung und Gesundheit an. Gleichzeitig wollen wir für Menschen da sein, die einen langen Leidensweg hinter sich haben. Wir verfolgen eine Vision, die vor mehreren Jahren aus der eigenen Betroffenheit heraus entstanden ist.

Ebenso ist es uns wichtig, Menschen mit den durch uns gewonnenen Informationen nicht alleine zu lassen. Durch individuell an Testergebnisse angepasste ernährungswissenschaftliche Empfehlungen wollen wir Menschen bei möglichen Unverträglichkeiten unterstützen, begleiten und ermutigen. Die dafür entwickelte Gesundheitsplattform wird kontinuierlich erweitert und verbessert. Sollten die darauf verfügbaren Informationen in Einzelfällen nicht ausreichen, stehen unsere Ernährungsexperten via Telefon, E-Mail und verschiedene Social-Media Kanäle zur Verfügung. Wir selbst wissen aus eigener Erfahrung, dass nach Feststellung einer Nahrungsmittelunverträglichkeit der eigentliche Weg erst beginnt.

Um die verschiedenen Ausprägungen von Unverträglichkeiten und Intoleranzen abzudecken, bieten wir in der medizinischen Praxis erprobte Tests an — und viele weitere werden folgen. Aktuell steht die IgG4-Analytik des nutrition tests für Nahrungsmittelunverträglichkeiten in Diskussion, auf die wir folgend eingehen möchten.

Über den nutrition test für Nahrungsmittel­unverträglichkeiten auf IgG4 Basis

Beim nutrition test wird das abgenommene Blut mittels ELISA Technik (Enzyme linked immunosorbent assay) auf erhöhte nahrungsmittelspezifische Antikörper-Titer (Immunglobuline vom Subtyp IgG4) untersucht. Diese Art des Screenings auf potentielle Nahrungsmittelunverträglichkeiten stellt eine einfache und schnelle Testung im Sinne der Kunden dar.

Die Testung auf spezifische IgG4-Antikörper bei Nahrungsmittelunvertäglichkeiten stützt sich auf aktuelle Studien, die eine klinische Relevanz anzeigen:

  • In der im Juni 2008 erschienenen Publikation von Bernardi et. al. wurden 68 Personen mit klinischen Symptomen einer Nahrungsmittelunverträglichkeit untersucht – sowie 22 Kontrollpersonen. Die Sensitivität des IgG4 ELISA-Tests betrug 81%, die Spezifität 87%. Das Testverfahren zeigte eine gute diagnostische Genauigkeit. Nach einer Eliminationsdiät bezüglich spezifisch erhöhter IgG4-Antikörper zeigten 78,5% eine deutliche Symptomlinderung nach 2 Monaten. Von 19 Personen, bei denen eine Kontrolltestung nach 2 Monaten durchgeführt wurde, zeigten 89,5% eine deutliche Verringerung der spezifischen IgG-4 Antikörper-Konzentration im Vergleich zur Erstuntersuchung (Bernardi, et al., Time to reconsider the clinical value of immunoglobulin G4 to foods., 2008, Clin Chem Lab Med 2008;46(5):687–690. doi: 10.1515/CCLM.2008.131)
  • Atkinson et. al. publizierte im Gut eine randomisierte Doppelblindstudie. 150 Patienten mit Reizdarmsyndrom wurden auf 29 Nahrungsmittelproteine getestet. Es folgte eine 12-wöchige Eliminationsdiät auf Basis der spezifischen IgG4 Testergebnisse im Vergleich zu einer Kontrolldiät-Gruppe. Dabei zeigte die Gruppe mit Eliminationsdiät verglichen zur Kontrollgruppe eine signifikante Symptomreduktion. (Atkinson, et al., Irritable bowel syndrome, Food elimination based on IgG antibodies in irritable bowel syndrome: a randomised controlled trial., 2004, Gut 2004;53:1459–1464. doi: 10.1136/gut.2003.037697)

Uns ist bewusst, dass der IgG4 basierte Nahrungsmittelunverträglichkeitstest in Diskussion steht. Wir sind jedoch – basierend auf langjähriger medizinischer Praxis, vieler positiver Rückmeldungen und eigener persönlicher Betroffenheit – davon überzeugt, dass die Berücksichtigung unserer Testergebnisse einen positiven Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden hat.

Bezugnehmend auf die Allergologen-Richtlinie möchten wir festhalten, dass diese nicht alle zur Verfügung stehenden Daten berücksichtigt bzw. beachtenswerte aktuelle Studienergebnisse unerwähnt bleiben. Auch wollen wir auf Stellungnahmen bezüglich der IgG4-Testung deutscher Laboratorien verweisen, wie beispielsweise der Ganz Immun Diagnostics AG (“Stellungnahme: IgG-/IgG4- Teste zur Abklärung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten” von 2009) oder dem Labor Dr. Bayer.

Die Kritik, dass Eliminationsdiäten zu Mangelernährungen führen können, ist aus unserer Sicht nicht angebracht, solange ernährungswissenschaftlich fundierte Alternativen als Nährstoffquellen berücksichtigt werden.

Die aktuelle Diskussion zeigt deutlich, dass die klinischen Symptome von Nahrungsmittelunverträglichkeiten unter denen Patienten leiden, multidisziplinär angesiedelt sind, Haut-, Magen-, Darmprobleme, Migräne, Depressionen, etc. umfassen und idealerweise durch einen multidisziplinären Schulterschluss nachhaltig einer Lösung zugeführt werden sollten. Genau in diesem Schulterschluss liegt die Herausforderung und hier sieht sich kiweno als ein Bindeglied.

Das Thema Nahrungsmittelunverträglichkeitstest auf IgG4 Basis wird weiterhin rege diskutiert werden, weitere Studien werden erscheinen.

Klassische Allergie vs. Unverträglichkeit

Wir möchten der Vollständigkeit halber darauf hinweisen, dass Unverträglichkeiten und Allergien – im herkömmlichen Sinne – zu unterscheiden sind. Im medizinischen Kontext sind Unverträglichkeiten sogenannte Typ 3 Allergien. Diese sind abgeschwächte, verzögerte Reaktionen. Im Volksmund wird als Allergie die klassische Typ 1 Allergie mit Sofort-Reaktion im Minutenbereich bezeichnet, die Symptome wie z.B. Schwellungen, Ausschläge oder Rötungen zur Folge haben kann. Im Gegenzug dazu äußern sich Beschwerden bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten meist 6 bis 48 (teilweise bis zu 72) Stunden nach dem Verzehr. Genau dieses Faktum macht die Bestimmung unverträglicher Nahrungsmittel ohne Test so schwer bis unmöglich, da die Reaktion nicht unmittelbar auf verzehrte Nahrungsmittel zurückgeführt werden kann.

Stellungnahme von Dr. Roland Fuschelberger

„Gerne wird die Behauptung aufgestellt, dass IgG-Antikörper gegen Nahrungsmittelallergene eine physiologische Reaktion darstellen und keine medizinische Relevanz hätten. Wäre dem so, müssten alle Menschen Antikörper gegen Milch, Eier, Weizen, Gluten, Hefe usw. haben. Dem ist aber nicht so. Es gibt Menschen mit negativen Testergebnissen (keine IgG/IgG4 Antikörperbildung). Dies widerspricht der Aussage, IgG Antikörper stellen eine physiologische Reaktion dar. Es lässt sich daraus rückschließen, dass es sich beim Auftreten von Antikörpern in hohen Konzentrationen nicht um eine physiologische Reaktion handelt.

Wenn heutzutage aus verschiedenen Gründen die Verdauung (Aufspaltung der Nahrungsmittel) weniger effektiv ist und die Darmschleimhaut bzw. Darmwand vermehrt durchlässig für größerer Eiweißmoleküle wird, legt das den Grundstein für die Entwicklung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Die primäre Immunreaktion führt zur Bildung von IgG Antikörper. Hier gibt es vier Subklassen. IgG1 sind die initialen Antikörper, die gegen neue Nahrungsmittel (Antigene) produziert werden. Die gebildeten Immunkomplexe werden schnell durch Makrophagen (Fresszellen) zerstört. Bei anhaltender Antigen Stimulation kommt es zum Switch von IgG1 zu IgG4 Antikörper. Diese Immunkomplexe sind klein und können per se wieder als Antigen fungieren. Dagegen wird nun wieder IgG1 produziert und ein neuer Zyklus kann in Gang gesetzt werden. Die Immunkomplexe werden immer größer. Die großen Immunkomplexe aktivieren das Komplementsystem und initiieren eine inflammatorische (entzündliche) Antwort im Körper. Es ist diese inflammatorische Reaktion gegen Nahrungsmittel von der man annimmt, die Ursache für Unverträglichkeitsreaktionen zu sein. IgG/IgG4 Antikörper scheinen insofern ein klinisch relevanter Marker für chronische Nahrungsmittel-Immun-Reaktionen (Nahrungsmittelunverträglichkeiten) zu sein. (Prof. PhD RS Lord, JA Bralley, Laboratory evaluations for integrative and functional medicine)

Aus meiner jahrelangen täglichen Praxis kann ich auch auf viele andere Ärzte verweisen, die mit den Tests arbeiten und von unzähligen positiven Ergebnissen in der Anwendung berichten, die sich auf langjährige klinische Erfahrung zum Wohle der Patienten stützen. Im Sinne einer offenen Diskussion scheint es sinnvoll und fair auch diese Argumente anzuerkennen. Es bedarf sicher noch vermehrter Forschung auf dem Gebiet und eine differenzierten Auseinandersetzung mit dem Thema im Sinne der betroffenen Menschen. Einseitige dogmatische Vorgaben sind aus meiner Sicht nicht sinnvoll.“