Frühstücksschalen mit Joghurt, Beeren und Haferflocken

Über den kiweno Unverträglich­keitstest

Das Thema von Unverträglichkeiten und Intoleranzen deckt ein breites, komplexes Spektrum an Ausprägungen ab. Viele unserer Kund*innen litten lange an teils diffusen Symptomen wie Verdauungsproblemen, Kopfschmerzen, Schwindel oder ähnlichem, ohne im bestehenden Gesundheitheitssystem eine Ursache und Lösung dafür gefunden zu haben.

Unser Unverträglichkeitstest (nur in Österreich erhältlich) auf Basis von IgG4-Antikörpern konnte in unzähligen Fällen endlich Klarheit schaffen und einen Lösungsansatz bieten, der das Wohlbefinden unserer Kund*innen nachhaltig steigern konnte.

Da die IgG4-Analytik dennoch immer wieder in Diskussion steht und die wissenschaftliche Lage dazu nicht eindeutig ist, möchten wir mit den untenstehenden Informationen einen aufklärenden Beitrag dazu leisten.

Frau in lila Kleid isst draussen

IgG4 als Basis für Unverträglichkeitstests

Beim kiweno Unverträglichkeitstest wird das abgenommene Blut mittels ELISA Technik (Enzyme linked immunosorbent assay) auf erhöhte nahrungsmittelspezifische Antikörper-Titer (Immunglobuline vom Subtyp IgG4) untersucht. Diese Art des Screenings auf potentielle Nahrungsmittelunverträglichkeiten stellt eine einfache und schnelle Testung im Sinne der Kund*innen dar.

Die Testung auf spezifische IgG4-Antikörper bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten stützt sich auf aktuelle Studien, die eine klinische Relevanz anzeigen:

  • In der im Juni 2008 erschienenen Publikation von Bernardi et. al. wurden 68 Personen mit klinischen Symptomen einer Nahrungsmittelunverträglichkeit untersucht – sowie 22 Kontrollpersonen. Die Sensitivität des IgG4 ELISA-Tests betrug 81%, die Spezifität 87%. Das Testverfahren zeigte eine gute diagnostische Genauigkeit. Nach einer Eliminationsdiät bezüglich spezifisch erhöhter IgG4-Antikörper zeigten 78,5% eine deutliche Symptomlinderung nach 2 Monaten. Von 19 Personen, bei denen eine Kontrolltestung nach 2 Monaten durchgeführt wurde, zeigten 89,5% eine deutliche Verringerung der spezifischen IgG-4 Antikörper-Konzentration im Vergleich zur Erstuntersuchung (Bernardi, et al., Time to reconsider the clinical value of immunoglobulin G4 to foods., 2008, Clin Chem Lab Med 2008;46(5):687–690. doi: 10.1515/CCLM.2008.131)
  • Atkinson et. al. publizierte im Gut eine randomisierte Doppelblindstudie. 150 Patienten mit Reizdarmsyndrom wurden auf 29 Nahrungsmittelproteine getestet. Es folgte eine 12-wöchige Eliminationsdiät auf Basis der spezifischen IgG4 Testergebnisse im Vergleich zu einer Kontrolldiät-Gruppe. Dabei zeigte die Gruppe mit Eliminationsdiät verglichen zur Kontrollgruppe eine signifikante Symptomreduktion. (Atkinson, et al., Irritable bowel syndrome, Food elimination based on IgG antibodies in irritable bowel syndrome: a randomised controlled trial., 2004, Gut 2004;53:1459–1464. doi: 10.1136/gut.2003.037697)

Uns ist bewusst, dass der IgG4 basierte Nahrungsmittelunverträglichkeitstest in Diskussion steht. Wir sind jedoch – basierend auf langjähriger medizinischer Praxis, vieler positiver Rückmeldungen und eigener persönlicher Betroffenheit – davon überzeugt, dass die Berücksichtigung unserer Testergebnisse einen positiven Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden hat.

Bezugnehmend auf die Allergologen-Richtlinie möchten wir festhalten, dass diese nicht alle zur Verfügung stehenden Daten berücksichtigt bzw. beachtenswerte aktuelle Studienergebnisse unerwähnt bleiben. Auch wollen wir auf Stellungnahmen bezüglich der IgG4-Testung deutscher Laboratorien verweisen, wie beispielsweise der Ganz Immun Diagnostics AG (“Stellungnahme: IgG-/IgG4- Teste zur Abklärung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten” von 2009) oder dem Labor Dr. Bayer.

Die Kritik, dass Eliminationsdiäten zu Mangelernährungen führen können, ist aus unserer Sicht nicht angebracht, solange ernährungswissenschaftlich fundierte Alternativen als Nährstoffquellen berücksichtigt werden.

Unverträglichkeitstest

Die aktuelle Diskussion zeigt deutlich, dass die klinischen Symptome von Nahrungsmittelunverträglichkeiten unter denen Patienten leiden, multidisziplinär angesiedelt sind, Haut-, Magen-, Darmprobleme, Migräne, Depressionen, etc. umfassen und idealerweise durch einen multidisziplinären Schulterschluss nachhaltig einer Lösung zugeführt werden sollten. Genau in diesem Schulterschluss liegt die Herausforderung und hier sieht sich kiweno als ein Bindeglied.

Das Thema Nahrungsmittelunverträglichkeitstest auf IgG4 Basis wird weiterhin rege diskutiert werden, weitere Studien werden erscheinen.

Stellungnahme
Dr. Roland Fuschelberger

Allgemeinmediziner & Facharzt für Innere Medizin
Medizinischer Leiter bei kiweno

„Gerne wird die Behauptung aufgestellt, dass IgG-Antikörper gegen Nahrungsmittelallergene eine physiologische Reaktion darstellen und keine medizinische Relevanz hätten. Wäre dem so, müssten alle Menschen Antikörper gegen Milch, Eier, Weizen, Gluten, Hefe usw. haben. Dem ist aber nicht so. Es gibt Menschen mit negativen Testergebnissen (keine IgG/IgG4 Antikörperbildung). Dies widerspricht der Aussage, IgG Antikörper stellen eine physiologische Reaktion dar. Es lässt sich daraus rückschließen, dass es sich beim Auftreten von Antikörpern in hohen Konzentrationen nicht um eine physiologische Reaktion handelt.

Wenn heutzutage aus verschiedenen Gründen die Verdauung (Aufspaltung der Nahrungsmittel) weniger effektiv ist und die Darmschleimhaut bzw. Darmwand vermehrt durchlässig für größerer Eiweißmoleküle wird, legt das den Grundstein für die Entwicklung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Die primäre Immunreaktion führt zur Bildung von IgG Antikörper. Hier gibt es vier Subklassen. IgG1 sind die initialen Antikörper, die gegen neue Nahrungsmittel (Antigene) produziert werden. Die gebildeten Immunkomplexe werden schnell durch Makrophagen (Fresszellen) zerstört. Bei anhaltender Antigen Stimulation kommt es zum Switch von IgG1 zu IgG4 Antikörper. Diese Immunkomplexe sind klein und können per se wieder als Antigen fungieren. Dagegen wird nun wieder IgG1 produziert und ein neuer Zyklus kann in Gang gesetzt werden. Die Immunkomplexe werden immer größer. Die großen Immunkomplexe aktivieren das Komplementsystem und initiieren eine inflammatorische (entzündliche) Antwort im Körper. Es ist diese inflammatorische Reaktion gegen Nahrungsmittel von der man annimmt, die Ursache für Unverträglichkeitsreaktionen zu sein. IgG/IgG4 Antikörper scheinen insofern ein klinisch relevanter Marker für chronische Nahrungsmittel-Immun-Reaktionen (Nahrungsmittelunverträglichkeiten) zu sein. (Prof. PhD RS Lord, JA Bralley, Laboratory evaluations for integrative and functional medicine)

Aus meiner jahrelangen täglichen Praxis kann ich auch auf viele andere Ärzte verweisen, die mit den Tests arbeiten und von unzähligen positiven Ergebnissen in der Anwendung berichten, die sich auf langjährige klinische Erfahrung zum Wohle der Patienten stützen. Im Sinne einer offenen Diskussion scheint es sinnvoll und fair auch diese Argumente anzuerkennen. Es bedarf sicher noch vermehrter Forschung auf dem Gebiet und eine differenzierten Auseinandersetzung mit dem Thema im Sinne der betroffenen Menschen. Einseitige dogmatische Vorgaben sind aus meiner Sicht nicht sinnvoll.“

Klassische Allergie vs. Unverträglichkeit

Wir möchten der Vollständigkeit halber darauf hinweisen, dass Unverträglichkeiten und Allergien – im herkömmlichen Sinne – zu unterscheiden sind. 

Im medizinischen Kontext sind Unverträglichkeiten sogenannte Typ 3 Allergien. Diese sind abgeschwächte, verzögerte Reaktionen. Im Volksmund wird als Allergie die klassische Typ 1 Allergie mit Sofort-Reaktion im Minutenbereich bezeichnet, die Symptome wie z.B. Schwellungen, Ausschläge oder Rötungen zur Folge haben kann.

Im Gegenzug dazu äußern sich Beschwerden bei Unverträglichkeiten meist 6 bis 48 (teilweise bis zu 72) Stunden nach dem Verzehr. Genau dieses Faktum macht die Bestimmung unverträglicher Nahrungsmittel ohne Test so schwer bis unmöglich, da die Reaktion nicht unmittelbar auf verzehrte Nahrungsmittel zurückgeführt werden kann.

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