kiweno – Bianca Gfrei im Interview mit Manageers – 04.09.2015

04.09.2015

Bianca Gfrei ist Geschäftsführerin von kiweno. Bei den Manageers Career Days 2015 ist sie im Panel „Startup Careers“ dabei und spricht mit Andreas Winiarski, Oliver Sonnleithner und Philipp Kinsky über Karriere in der Start-Up Welt.

1) Bianca, erzähl uns etwas über deinen Karriereweg. Welche Hoch’s und Tief’s hat es für dich gegeben, bis du als junge Frau in eine Geschäftsführungsposition gekommen bist. Bzw. was war der ausschlaggebende Punkt für dich in die Selbstständigkeit zu gehen?

Ich bin nicht in eine Geschäftsführungsposition gekommen, ich habe sie selbst geschaffen! Und dabei geht es nicht um Management oder nicht – ich wollte mit meiner Idee etwas verändern, ein Problem lösen, von dem ich selbst betroffen war. Als meine zwei Mitgründer und ich merkten, dass die Thematik auf sehr viel Interesse und Aufmerksamkeit stößt, entwickelte sich aus einem Projekt, das ich neben dem Studium begann, ein Unternehmen. Bis wir dort ankamen, wo wir heute sind (und wir sind noch immer am Beginn einer – hoffentlich – langen unternehmerischen Reise), mussten wir zahlreiche Hürden nehmen und durften den Glauben an uns und unser Ziel nicht aufgeben. Die Gründung eines Startups ist eine emotionale Achterbahnfahrt – wer beim ersten Tief aufgibt, wird nicht weit kommen. Dadurch lernt man aber auch sein Team zu schätzen, kreativ an Probleme heranzugehen, vor allem aber lernt man seine eigenen Grenzen kennen und wächst jeden Tag über sie hinaus.

2) kiweno ist quasi der Do-it-yourself Unverträglichkeitstest. Wieso mit kiweno und nicht direkt beim Arzt? Wie geht ihr mit Zweifel um, wenn es um das Thema „Blutproben versenden“ geht?

Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zum Arzt, weil wir kein vergleichbares Produkt anbieten. Aus Sicht einer Betroffenen sind die reine Testung beim Arzt und das, was wir mit kiweno bieten und vermitteln wollen, zwei unterschiedliche Dinge. Menschen sind prinzipiell bequem – warum monatelang auf einen Termin warten, viel Zeit in Arztpraxen verbringen und dann auch noch viel bezahlen, wenn es eigentlich auch wesentlich kundenfreundlicher/einfacher geht? Wir wollen mit unseren Selbsttests die bestehenden Hürden, eine Diagnose zu erhalten, reduzieren und Menschen Lust auf einen gesunden Lebensstil machen. Aber eigentlich sehen wir uns als digitales Produkt – unser Herzstück ist das Online Gesundheits-Profil, in dem jeder seine eigenen Resultate inkl. Therapieplänen findet und regelmäßig abgestimmte Ernährungs- und Gesundheitstipps erhält. Wir rollen das Thema individuelle Gesundheitsvorsorge neu auf – mit Produkten, die wirklich Lust machen, sich mit der eigenen Gesundheit zu befassen.

3) Deinen Rat an Young Professionals: Woher kommt die Idee zur Selbstständigkeit? Wie kann ich mich als junger Mensch im Haifischbecken beweisen? Woher der Mut und die Motivation zu etwas Eigenem?

Mir kam nicht die Idee zur Selbstständigkeit – ich bin auf ein Problem aufmerksam geworden und wollte das lösen, das selbstständig sein hat sich dann sozusagen daraus ergeben. Heute kann ich mir nichts Besseres vorstellen und ich würde mich nie mehr für einen anderen Weg entscheiden. Die Lernkurve in deinem eigenen StartUp ist enorm. Du musst dir täglich Neues selbst beibringen, Entscheidungen treffen, schnell reagieren und einfach umsetzen, auch wenn du keine Garantie hast, ob es funktioniert – wenn du es nicht machst, macht es niemand. Das lehrt Disziplin und Selbstkontrolle und gleichzeitig Problemlösungskompetenzen, Kreativität und Proaktivität.

Wir kann man sich im Haifischbecken beweisen? Uns ging es nie wirklich ums beweisen, wir wollen etwas verändern und das ist auch unser Ziel und unsere Motivation.

Ich denke hier liegt der Unterschied etwa zur Unternehmensberatung oder Konzernkarriere – wenn dann muss ich mir und meinem Team (dazu zähle ich auch unsere Business Angels) etwas beweisen, im Grunde geht es aber nicht ums Beweisen, sondern ums Handeln. Und wer ein gutes Produkt hat, das ein konkretes Problem löst, wird auch ernst genommen!

Wenn man in einem StartUp Karriere machen will oder gar selbst gründen möchte, sind Proaktivität, eine große Portion intrinsische Motivation und „Out-of-the-Box“-Denken sicherlich hilfreiche Eigenschaften. Wir schauen bei Bewerbern z.B. zu allererst auf den Teamfit und die eigene Motivationsgründe und als zweites dann auf Kompetenzen und Know-How.

Woher ich den Mut und die Motivation zur Selbstständigkeit nehme? Ich denke eine gewisse Risikofreudigkeit sollte gegeben sein, das war bei mir auch immer der Fall. Meine Motivation schöpfe ich aus der Vorstellung, etwas schaffen zu können, was Menschen tatsächlich hilft. Ich sehe einfach wahnsinnig viel Sinn darin, was wir tun und das ist die pure Motivation. Zusätzlich spornt es an, mit anderen intelligenten, jungen Menschen zusammen zu arbeiten und zu erfahren, was im Team alles möglich ist – und ich liebe es, mir herausfordernde Ziele zu stecken und diese dann auch zu erreichen.

4) Wie schwierig war es für dich an Investoren zu kommen bzw. diese von deiner Idee zu überzeugen? Viele stellen sich die Frage nach der Kapitalbeschaffung sehr schwierig vor. Welche Argumente haben die Investoren überzeugt?

Vor allem den ersten Investor zu überzeugen, ist kein Zuckerschlecken – viele unterschätzen, wie viel Zeit und Energie für die Suche investiert werden muss. Von der Vorbereitung der Unterlagen bis zu den Verhandlungen eines Angebots können Monate vergehen – so war es auch bei uns! Wichtig ist es, in der Zeit, nicht stehen zu bleiben, sondern sich und das Unternehmen mit zu entwickeln – das heißt konkret Feedback einzufordern, also aktiv nachzufragen, was die Gesprächspartner gut finden und wo sie eventuell Schwachstellen sehen. Um aus Absagen lernen zu können, muss man nach den Gründen fragen – und dann entscheiden, ob man etwas ändern kann und will.

Unsere beiden Investoren – „der“ österreichische Business Angel Hansi Hansmann und der ehemalige CEO der Swatch Group Rudi Semrad – waren überzeugt vom Potential des Produkts und haben daran geglaubt, dass der Bedarf für kiweno da ist. Vor allem aber hat die Sympathie gestimmt – ein ganz entscheidender Faktor für beide Seiten!

5) Welche Erwartungen hast du an die Manageers Career Days?

Ich freue mich auf eine spannende Diskussion, einen anregenden Austausch und darauf, neue Köpfe kennen zu lernen. Vor allem aber hoffe ich, den ein oder anderen Teilnehmer inspirieren zu können, seinen Mut zusammen zu nehmen und das Abenteuer StartUp zu wagen – denn man kann nur gewinnen und nicht verlieren. Ich bin überzeugt, dass die Manageers Career Days für alle Teilnehmer befruchtend sein werden!

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