2 Minuten, 7 Millionen: Kiweno gab’s noch nie – 29.03.2016

29.03.2016

In der dritten Staffel der Puls 4 Startup-Show 2 Minuten 2 Millionen jagt ein Höhepunkt den nächsten. Nach dem Reichweitenrekord von 148.300 Zusehern respektive 7,8 Prozent Marktanteil unter den 12-49 Jährigen wurde die Sendungsdauer mit der vierten Folge von 75 auf 100 Minuten verlängert – Puls 4 hebt ein Nischenthema damit in die Massen.

Sieben Millionen Euro, das gab’s noch nie. In keinem vergleichbaren Format weltweit, so Puls 4. Es ist ein absolutes Rekordinvestment, das 7NXT, der Beiteiligungsarm der ProSiebenSat.1 Media SE stieg als Lead Investor bot, 6 Millionen Euro TV Werbung in Deutschland, dem schloss sich Daniel Zech mit Seven Ventures Austria – dem Beteiligungsarm der ProSiebenSat.1 Puls 4-Gruppe – und einer Million Euro an, dafür gab es 26 Prozent der Anteile. Insgesamt Sieben Millionen € wurden so für Kiweno – in Form von Media-Volumen – locker gemacht. Gut, wir sprechen von Mediavolumen, also Werbezeiten, in Österreich und Deutschland, nicht Cash. Die Sendergruppe ProSiebenSat.1 Media SE hat sechs Sender, die in Deutschland und Österreich ausgestrahlt werden. Einen siebten Sender gibt es nur für Österreich: Puls 4. In Deutschland zum Beispiel erreiche man täglich 42 Millionen Haushalte. Also im werblichen Idealfall bekommt man hier Einiges an Reichweite.

Aber, Werbeplatz ist nicht gleich Werbeplatz – die deutschen Werbefenster sind selbstredend viel potenter als die österreichischen. Überdies schwanken Reichweiten im Tagesverlauf stark. Zeitlich ist zum Beispiel die Prime Time sehr attraktiv, also 20:15. Deswegen, die Gretchenfrage: Wie ist das mit den Media-Volumina bei Seven Ventures Austria,… kriegen die Startups tatsächlich das Beste vom Besten? „Grundsätzlich kann jedes Unternehmen davon ausgehen, dass wir fundamentales Eigeninteresse haben, die Platzierungen so prominent wie möglich zu wählen, da wir an einer positiven Unternehmensentwicklung aufgrund der Beteiligungsverhältnisse interessiert sind“, beteuert Daniel Zech. „Bezüglich grenzüberschreitenden Deals nach Deutschland haben wir mit Kiweno – nach Marktguru und Rublys – bereits das dritte österreichische Unternehmen via TV Werbung nach Deutschland expandiert,“ so das Jurymitglied weiter. Außerdem: Kiweno passt in den Fokus von Seven Ventures Austria der vor allem digitale B2C Projekte umfasst. „Das Produkt, das Team, das Timing sowie die Skalierbarkeit über TV müssen gegeben sein,“ so Zech über seine Kriterien der Auswahl weiter.

Sieben Millionen, gleich so viel?, fragten wir uns. „Wenn wir von Unternehmen, dem Team und dem Produkt überzeugt sind, schrecken wir nicht davor zurück aus Österreich heraus auch größere Investments zu tätigen. Daher die Gegenfrage – wieso nicht sieben Millionen? Ein exzellentes Gründerteam, sowie Business Angels im Gesundheitsmarkt waren Gründe für dieses Rekord-Investment.“

Investor- und Startup-Platzhirsche treffen sich

Kiweno kann sich freuen, sind sie mit Blutselbsttests für Lebensmittelunverträglichkeiten doch im B2C Markt tätig und können demnach einiges mit den Werbezeiten anfangen. „Für uns ist die Masse unsere Zielgruppe, deswegen war es logisch, dass wir da mitmachen,“ so Bianca Gfrei. Im Juni 2015 ging das Startup mit Selbsttests zu Nahrungsmittel­unverträglichkeiten auf den Markt. Ende 2015 kam schon das zweite Produkt, ein Histamin-Selbsttest auf den Markt. Bei einem kürzlich ereigneten Pressegespräch versprach CEO Bianca Gfrei, dass auch noch weitere Produkte kommen werden. Gegründet wurde Kiweno von Bianca Gfrei, Roland Fuschelberger und Robert Fuschelberger im Februar 2014 in Tirol. Ihnen gehören je 24 Prozent, 25 Prozent und 21 Prozent am Unternehmen – Zehn Prozent hält Georg Molzer, Technischer Leiter bei Kiweno und ebenfalls Co-Gründer. Ebenfalls an Board, Business Angel Hansi Hansmann der mit seiner Romulus Consulting GmbH 15 Prozent der Unternehmensanteile hält, sowie der ehemalige Swatch-Manager Rudi Semrad, der mit fünf Prozent beteiligt ist. Die beiden sollen einen sechstellige Summe im Gegenzug für ihre Anteile auf den Tisch gelegt haben. Das Startup beschäftigt heute 23 Mitarbeiter.

Die anderen Juroren Leo Hillinger, Marie-Helene Ametsreiter, Michael Altrichter, Heinrich Prokop und Hans Peter Haselsteiner gingen dabei leer aus. „Es bestand Interesse und auch ein Angebot der anderen Investoren. Das sich kiweno „nur“ für das Angebot von Seven Ventures Austria entschieden hat, war eine unternehmerische Entscheidung von Bianca Gfrei und dem Kiweno Team,“ so Daniel Zech dazu. Ob es schwierig war den Deal vertraglich zu verwirklichen, ist doch bereits Hansi Hansmann mit 15 Prozent beteiligt? Zech: „Wir haben ein enges Verhältnis zu den meisten Business Angels in Österreich. Wir sind auch immer daran interessiert Deals zu machen, die für alle Beteiligten Spaß machen und ein gutes Gefühl geben. So sind aus meiner Sicht auch die Gespräche mit Kiweno verlaufen und auch das erfreuliche Ergebnis zu Stande gekommen.“ Hansi Hansmann erklärt: „Eigentlich wollte ich nicht mehr investieren, aber ich habe die Gründer kennengelernt und erkannt, vor mir liegt ein Rohdiamant. Wir hätten mit der Show einen Finanzinvestor holen können, der mehrere Millionen Euro investiert und die Werbung bezahlt hätte. Wir hätten aber trotzdem nicht das Know-How gehabt, um Geld richtig für Fernsehwerbung einzusetzen. Das geht in einem Startup auch gar nicht. Durch die Auswahl von TV-Partnern haben wir dieses Wissen an Board geholt.“

Weltweiter Startup-Sendungs-Zirkus

2 Minuten 2 Millionen ist kein neues Format. 2001 erfand der japanische Sender Nippon TV „Money of Tigers“ und somit die erste Version dieses Formates – und produzierte es bis 2004. Heute gehört es dem Entertainmentarm von Sony – Sony Pictures. Es wurde in über 30 Länder verkauft. Der erste Ableger „Dragons Den’s“ ging 2004 im Vereinigten Königreich via BBC on Air. In Deutschland ist es „Die Höhle der Löwen“. Der überaus prominente amerikanischen Ableger „Shark Tank“, ging Anfang März in die achte Staffel. Die von ABC in Hollywood produzierte Serie wurde zum ersten Mal Ende 2009 ausgestrahlt und erreicht pro Sendung rund 7 Millionen Zuseher – Forbes US hatte zuletzt die erfolgreichsten Start-ups der Sendung gereiht, das Ergebnis sehen Sie hier.

Formate, die Startups auffordern ihre Ideen, oder Prototypen zu pitchen, haben einen wesentlichen Vorteil für die jungen Unternehmer: Aufmerksamkeit und in weiterer Folge – im Falle digitaler Produkte – Traffic und Downloads und für alle: Sichtbarkeit beim (potenziellen) Kunden und Kontakt zu einer Investorenjury. „Das TV wirkt, sehen wir von Woche zu Woche auch während 2 Minuten 2 Millionen im speziellen. Am Abend von Sendung eins generierte Dvel beispielsweise rund 5.000 Downloads, was deren Server zeitweise zum Absturz brachte und einmal mehr die starke Wirkung von TV auf die Nutzung von Second Screen bestätigt. Jobswipr (Hokify) erging es in Sendung zwei mit mehr als 5.000 Downloads ähnlich,“ so Zech. Die Investorenjury von 2 Minuten 2 Millionen sehen gegenüber Forbes die wesentlichen Vorteile darin, Startups zu sehen, die sie sonst nicht sehen würden, haben die meisten doch einen teils sehr speziellen Fokus und sichtbar zu sein. Außerdem wäre die Güte der Startups die hier pitchen unangetastet. Sendungsverantwortliche Caroline Klinger erklärte das so: „Wir casten jedes Startup im Vorfeld und achten darauf, ob die Ideen oder Produkte auch massentauglich sind.“

Neben Kiweno, pitchten „Fireland Foods“ Chiliprodukte, „Robo Wunderkind“ einen Baukasten für Kinder und Snaps, mit österreichischem Schnaps befüllte und wiederverwendbare Kunststoffstamperl.

Forbes Austria


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