Mann hält sich mit den Händen den Bauch und hat krumme Haltung nach vorne

Verdauungsprobleme: Ursachen, Symptome und Tipps

Verdauungsprobleme sind Störungen im Verdauungstrakt, die häufig zu unangenehmen Symptomen wie Blähungen, Verstopfung oder Durchfall führen. Diese Probleme können unsere Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen sein. Welche Ursachen es gibt und wie du Verdauungsprobleme lindern kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Was sind Verdauungsprobleme?

Verdauungsprobleme beziehen sich auf eine Vielzahl von Beschwerden und Störungen im Magen-Darm-Trakt, die das normale Verdauungssystem beeinträchtigen. Sie können in verschiedenen Formen auftreten, wie z. B. Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Magenkrämpfe oder ein allgemeines Unwohlsein im Bauchbereich.

Eine funktionierende Verdauung ist wichtig, um Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen, Abfallstoffe auszuscheiden und unser Immunsystem zu unterstützen. Verdauungsprobleme entstehen, wenn dieser Prozess gestört wird und der Körper Schwierigkeiten hat, die Nahrung richtig zu verarbeiten oder auszuscheiden. Eine schlechte Verdauung kann somit nicht nur zu Unwohlsein führen, sondern auch langfristig die Gesundheit beeinträchtigen.

Frau in weisser Bluse sitzt und hält sich mit den Händen den Bauch

Häufige Arten von Verdauungsproblemen

Es gibt verschiedene Arten von Verdauungsproblemen, die in ihrer Ursache und Behandlung variieren.

  • Blähungen 
  • Blähbauch
  • Völlegefühl
  • Verstopfungen 
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Sodbrennen
  • Geräusche im Darm

1. Blähungen

Blähungen sind ein häufiges Symptom, das durch übermäßige Gasbildung im Magen oder Darm entsteht. Sie können durch bestimmte Lebensmittel, Luftschlucken oder eine träge Verdauung verursacht werden.

2. Verstopfung

Verstopfung ist durch seltenen oder schwierigen Stuhlgang gekennzeichnet. Ursachen können eine ballaststoffarme Ernährung, Dehydration oder Bewegungsmangel sein.

3. Durchfall

Durchfall ist ein Symptom, das durch häufigen, wässrigen Stuhlgang gekennzeichnet ist. Es kann durch Infektionen, Lebensmittelunverträglichkeiten oder chronische Erkrankungen ausgelöst werden.

4. Reizdarmsyndrom

Das Reizdarmsyndrom (IBS) ist eine funktionelle Darmerkrankung, die Bauchschmerzen, Blähungen und veränderte Stuhlgewohnheiten verursacht. Stress und bestimmte Lebensmittel können die Symptome verschlimmern.

5. Magenkrämpfe

Magenkrämpfe sind schmerzhafte Kontraktionen der Magen- oder Darmmuskulatur. Sie können durch Verdauungsstörungen, Lebensmittelunverträglichkeiten oder andere Gesundheitsprobleme verursacht werden.

6. Sodbrennen

Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt, was zu einem brennenden Schmerz hinter dem Brustbein führt. Sodbrennen wird verursacht durch unzureichende bzw. langsame Verdauung, geschwächter Schließmuskel der Speiseröhre, ungesunde Ernährung, Rauchen, Alkohol oder Übergewicht. 

Person mit weißem Shirt hält Hände an den Bauch

Ursachen von Verdauungsproblemen

Verdauungsprobleme werden in der Regel von äußeren Faktoren ausgelöst. Doch auch gewisse Erkrankungen können Beschwerden im Magen-Darm-Trakt mit sich bringen. Folgende Tabellen sollen dir einen Überblick schaffen, welche Ursachen möglich sind für Verdauungsbeschwerden. 

Äußere Faktoren für Verdauungsprobleme

ErnährungEine ungesunde Ernährung, insbesondere mit viel Fett, Zucker oder verarbeiteten Lebensmitteln, kann zu Verdauungsproblemen führen. Ballaststoffmangel ist ebenfalls ein häufiger Faktor.
StressStress beeinflusst die Verdauung negativ, indem er die Darmbewegungen verlangsamt oder beschleunigt, was zu einer langsamen Verdauung oder Durchfall führen kann.
BewegungsmangelBewegungsmangel kann die Darmbewegungen verlangsamen und zu einer trägen Verdauung und Verstopfung führen.
MedikamenteBestimmte Medikamente wie Antibiotika, Schmerzmittel oder Antidepressiva können die Verdauung stören. Besonders Antibiotika können wichtige Bakterien im Darm zerstören und die Darmflora schwächen.

Mögliche Erkrankungen mit Verdauungsbeschwerden als Folge

Mund & RachenZahnerkrankungen, Entzündungen des Rachens oder der Speicheldrüse stören die Verdauung bereits im Mund, was zu Problemen führen kann
MagenEntzündungen der Magenschleimhaut, wie Gastritis, oder auch Reizmagen können Schmerzen verursachen. Auch Sodbrennen, ausgelöst durch Refluxkrankheit gehört zu den häufigen Verdauungsproblemen.
DarmDer Darm ist für viele der Herd vieler Verdauungsprobleme. Eine gestörte Darmflora, das Reizdarmsyndrom bis hin zu Morbus Crohn, können Störungen verursachen. 
Leber & GalleGallensteine, entzündete Bauchspeicheldrüsen oder Leberinfektionen verursachen auch Verdauungsbeschwerden.
Frau hält ihren Bauch vor Schmerzen und krümmt sich nach vorne

Träge Verdauung: Was ist das?

Eine träge Verdauung beschreibt einen Zustand, bei dem die Nahrung langsamer durch den Verdauungstrakt bewegt wird. Dies kann zu unangenehmen Symptomen wie Völlegefühl, Blähungen, Verstopfung, Übelkeit und Sodbrennen führen. Die Ursachen sind vielfältig, darunter ballaststoffarme Ernährung, Dehydration, Bewegungsmangel, Stress und bestimmte Medikamente. 

Daneben gibt es auch genetische Faktoren, die eine träge Verdauung begünstigen. Einige Menschen können genetische Variationen haben, die die Muskelaktivität im Magen-Darm-Trakt beeinträchtigen, was zu einer verlangsamten Verdauung führen kann. Man spricht dann von Motilitätsstörungen.

Auch ein Ungleichgewicht der Darmflora kann die Verdauung verlangsamen und zu den genannten Verdauungsproblemen führen. 

Darmflora aufbauen? Probiotika können dir helfen:

Diagnose von Verdauungsproblemen

Wenn du unter Verdauungsproblemen leidest, ist es wichtig, die Ursachen genau zu identifizieren, um die richtige Behandlung einleiten zu können. Bei einer gründlichen ärztlichen Untersuchung werden verschiedene Diagnosemethoden angewendet.

Eine Möglichkeit, die Ursachen deiner Beschwerden zu ermitteln, sind Stuhltests. Diese Tests können wertvolle Informationen über Infektionen, Entzündungen oder andere Anomalien im Verdauungstrakt liefern. Zusätzlich können bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen oder Endoskopie eingesetzt werden, um den Zustand des Verdauungssystems genauer zu untersuchen und mögliche Probleme aufzudecken.

Mann sitzt bei Therapeut, der in ein Notizbuch schreibt

Behandlung von Verdauungsproblemen

Ernährungsumstellung

Die richtige Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Verdauungsproblemen. Eine ballaststoffreiche Ernährung fördert die Darmgesundheit, indem sie die Darmbewegungen reguliert und die Darmflora unterstützt. Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse sind reich an Ballaststoffen und sollten regelmäßig verzehrt werden. 

Gleichzeitig kann eine fettreduzierte Ernährung helfen, die Verdauung zu verbessern, indem sie den Magen weniger belastet. Darüber hinaus sollten unverarbeitete Lebensmittel bevorzugt werden, da sie weniger Zusatzstoffe enthalten, die die Verdauung stören könnten. Es kann auch hilfreich sein, kleinere, häufigere Mahlzeiten zu essen, um den Verdauungstrakt nicht zu überlasten.

Probiotika und Verdauungsenzyme

Verdauungsenzyme und Probiotika können ebenfalls dazu beitragen, Verdauungsprobleme zu lindern. Probiotika sind lebende Bakterien, die die Darmflora ausgleichen und die Verdauung unterstützen können. Sie sind in Lebensmitteln wie Joghurt, Kefir und fermentierten Gemüsesorten enthalten oder können in Form von Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen werden.

Verdauungsenzyme, wie Amylasen, Proteasen und Lipasen, helfen dabei, die Nahrung zu zersetzen und die Nährstoffaufnahme zu verbessern. Sie können bei Personen hilfreich sein, die Schwierigkeiten bei der Verdauung bestimmter Nahrungsmittel haben.

Hausmittel

Es gibt viele bewährte Hausmittel, die bei Verdauungsproblemen helfen können. Ingwertee ist eines davon und hat entzündungshemmende Eigenschaften, die die Verdauung beruhigen und Übelkeit lindern können. Fenchel, ein weiteres hilfreiches Hausmittel, wirkt krampflösend und kann Blähungen sowie Völlegefühl lindern. Das Trinken von warmem Wasser unterstützt die Verdauung, indem es die Darmmuskulatur entspannt und den Transport der Nahrung durch den Verdauungstrakt erleichtert. Darüber hinaus können Hausmittel wie Kamillentee, Pfefferminztee und Apfelessig ebenfalls beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt wirken.

Medikamente

Wenn Hausmittel nicht ausreichen, können Medikamente eingesetzt werden, um Verdauungsprobleme zu behandeln. Abführmittel helfen bei Verstopfung, indem sie den Stuhlgang erleichtern oder den Stuhl erweichen. Antidiarrhoika können bei Durchfall wirksam sein, indem sie die Darmbewegungen verlangsamen und die Wasseraufnahme verbessern. Säureblocker, wie Protonenpumpenhemmer, reduzieren die Magensäureproduktion und können bei Sodbrennen oder saurem Reflux helfen. 
Antispasmodika können Magenkrämpfe lindern, indem sie die Darmmuskulatur entspannen. Es ist jedoch wichtig, solche Medikamente nur nach Rücksprache mit einem Arzt einzunehmen, da sie Nebenwirkungen haben können und nicht für jeden geeignet sind.

Person gibt geschnittene Karotten vom Holzbrett mit einem Messer in einen Kochtopf mit Wasser

Prävention von Verdauungsproblemen

1. Ausgewogene Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Prävention von Verdauungsproblemen. Sie unterstützt die normale Funktion des Verdauungstrakts und fördert die Gesundheit des gesamten Körpers. Hier sind einige Wege, wie eine ausgewogene Ernährung präventiv gegen Verdauungsprobleme wirkt:

  • Förderung der Darmgesundheit
  • Unterstützung von Verdauungsenzymen
  • Förderung der Darmbewegung
  • Reduzierung von Reizstoffen
  • Stärkung der Darmflora

2. Ausreichend Bewegung

Regelmäßige Bewegung kann die Darmbewegungen anregen und Verdauungsstörungen vorbeugen.

3. Stressreduktion

Stress kann einen erheblichen Einfluss auf die Verdauung haben und zu einer Vielzahl von Verdauungsproblemen führen. Der Zusammenhang zwischen Stress und Verdauungsproblemen lässt sich durch die enge Verbindung zwischen Gehirn und Darm, auch als „Bauchhirn“ oder enterisches Nervensystem bezeichnet, erklären. Stress kann zu Veränderungen der Darmbewegung und Darmflora führen, Entzündungen verursachen und die Produktion an Verdauungsenzymen beeinträchtigen. 

Stress minimieren und aktiv bewältigen durch Bewegung, Yoga oder Meditation sind somit sehr wichtig, wenn man Verdauungsprobleme vermeiden möchte. 

4. Regelmäßige Mahlzeiten

Regelmäßige Mahlzeiten können die Verdauung stabilisieren und Verdauungsprobleme reduzieren.

FAQ

Was sind häufige Ursachen für Verdauungsprobleme?
Häufige Ursachen sind ungesunde Ernährung, Stress, Bewegungsmangel und bestimmte Medikamente. Es gibt auch Krankheiten, die zu Verdauungsproblemen führen. Dazu gehören das Reizdarmsyndrom (IBS), das durch Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung gekennzeichnet ist, sowie Zöliakie, eine Autoimmunerkrankung, bei der Glutenaufnahme den Dünndarm schädigt. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa verursachen ebenfalls Verdauungsbeschwerden. Laktoseintoleranz führt zu Blähungen, Durchfall und Bauchkrämpfen nach Milchzuckerkonsum, und die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) verursacht Sodbrennen und Verdauungsprobleme durch zurückfließende Magensäure.
Wie kann ich eine träge Verdauung verbessern?
Eine träge Verdauung kann durch eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und Bewegung verbessert werden.
Was sollte ich bei Verdauungsproblemen essen?
Bei Verdauungsproblemen solltest du leicht verdauliche Lebensmittel bevorzugen. Dazu gehören ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Obst und Gemüse, die die Darmbewegung fördern. Probiotische Lebensmittel wie Joghurt und Sauerkraut unterstützen eine gesunde Darmflora. Vermeide fetthaltige und stark verarbeitete Lebensmittel, da diese die Verdauung belasten können. Auch ausreichend Wasser zu trinken ist wichtig, um die Verdauung zu unterstützen. Kräutertees wie Kamille oder Ingwer können ebenfalls hilfreich sein, da sie den Verdauungstrakt beruhigen.
Welche Hausmittel helfen bei Verdauungsproblemen?

Wärme, Bewegung und Entspannung sind Balsam für den Bauch: Eine Wärmflasche oder ein warmes Bad lösen Krämpfe, leichte Bewegung regt die Verdauung an und Entspannungstechniken wie Meditation wirken beruhigend.

Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle: Schonkost mit leicht verdaulichen Lebensmitteln, viel Flüssigkeit und Verzicht auf Blähendes wie Kohl und Hülsenfrüchte tun deinem Darm gut.

Probiotika aus Joghurt oder Nahrungsergänzungsmitteln unterstützen die Darmflora, Kräutertees wie Pfefferminz-, Kamillen- oder Fencheltee beruhigen Magen und Darm. Ingwer wirkt entzündungslindernd und verdauungsfördernd, Apfelessig regt die Verdauung an. Flohsamenschalen und Leinsamen sind reich an Ballaststoffen und unterstützen die Darmbewegung, was besonders bei Verstopfung hilfreich ist.

Wann sollte ich bei Verdauungsproblemen einen Arzt aufsuchen?

Du solltest bei Verdauungsproblemen einen Arzt aufsuchen, wenn die Symptome länger als ein paar Tage anhalten oder besonders schwerwiegend sind. Dies gilt insbesondere bei starken Bauchschmerzen, Blut im Stuhl, unerklärlichem Gewichtsverlust, anhaltendem Erbrechen oder Durchfall, sowie bei Fieber. Auch wenn Verdauungsprobleme regelmäßig auftreten oder sich verschlimmern, ist es ratsam, medizinischen Rat einzuholen. Solche Symptome können auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen, die eine professionelle Diagnose und Behandlung erfordern

Quellen

Pathologie und Therapie bei Verstopfungen

Darm-Hirn-Achse

Blähungen

Probiotika
Verdauungsprobleme
Verdauungsenzyme
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