Mann macht Gentest

Atemtest, Gentest, Selbsttest: Alles zu Laktoseintoleranz Tests im Überblick.

Du hast nach dem Essen oft Bauchschmerzen und kannst nicht ausschließen ob es an Milch(produkten) liegt?  Ein Test kann da Abhilfe schaffen.

Wir stellen dir hier in Kürze vor, welche Testmöglichkeiten für Laktoseintoleranz es gibt & wie sie sich unterscheiden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist auch für dich der passende Test dabei.

Wann sollte ich einen Laktoseintoleranz Test machen? 

Wenn du über einen längeren Zeitraum, immer wieder (30-120 Minuten) nach dem Essen typische Symptome einer Laktoseintoleranz verspürst, solltest du einen Test machen, um deinen Darm nicht langfristig zu belasten. 

Zu den akuten Symptomen einer Laktoseintoleranz gehören: 

  • Blähungen (Blähbauch, Flatulenzen)
  • Bauchschmerzen, Krämpfe 
  • Durchfall

Ob die Symptome tatsächlich von Milchprodukten kommen, ist oft nicht so eindeutig. Da die Reaktion auf Milchzucker (Laktose) ein “Mengenproblem” ist, müssen die Anzeichen nicht nach jeder Mahlzeit gleich intensiv und lange auftreten.

Daher am besten lieber frühzeitig einen Test durchführen, um herauszufinden ob du laktoseintolerant bist.

Notiz: Deine Symptome treten nicht sofort (zwischen 30 und 120 Minuten) nach dem Essen sondern erst nach Stunden bis Tagen auf? Dann kann auch eine Unverträglichkeit vorliegen. Tests und Infos dazu findest du in unserem Wissensbereich.

Laktose Tests im Überblick

Hier kurz alle Vor- & Nachteile der Laktoseintoleranz Tests im Überblick:

TestVorteileNachteile
H2 Atemtestschnelles Ergebnis;
Zuhause & beim Arzt möglich
kann Symptome auslösen; 
benötigt Vorbereitung;
Test dauert 2-5 Stunden;
unterscheidet nicht zwischen primärer & sekundärer Laktoseintoleranz
Gentestsymptomfreie Durchführung;
Zuhause & beim Arzt möglich;
Feststellen bzw. Ausschließen einer primären, irreversiblen Laktoseintoleranz
Ergebniserhalt dauert mehrere Tage (wegen Einsendung und Auswertung im Labor)
Bluttestschnelles Ergebniskann Symptome auslösen; 
aufwendige, invasive Durchführung;
nur beim Arzt möglich; 
hohe Wahrscheinlichkeit für verfälschtes Ergebnis
Provokations-/
Expositionstest
kostenloskein reguliertes Testverfahren;
unzuverlässige Diagnose
Laktoseintoleranz Tests im Überblick

Laktoseintoleranz Tests im Detail

Sowohl beim Arzt, als auch für den Heimgebrauch gibt es inzwischen mehrere Testmöglichkeiten. Die einen liefern ein schnelles Ergebnis, andere sind mit starken Symptomen verbunden und nicht alle sind gleich vertrauenswürdig. Hier kommen alle Merkmale im Detail:

1. H2 Atemtest

Dieser Atemtest ist aktuell die am weitesten verbreitete Testvariante. Man kann sie sowohl beim Arzt als auch Zuhause durchführen (lassen). Unter ärztlicher Behandlung ist die erste Anlaufstelle der Hausarzt oder die Hausärztin. Von dort aus erfolgt dann meist die Überweisung an Gastroenterolog*innen bzw. Internist*innen.

Was wird getestet?

Wenn du laktoseintolerant bist, bildet der unverdaute Milchzucker in deinem Dickdarm Gase – unter anderem Wasserstoff (H2). Der Wasserstoff wird über deine Blutbahnen an die Lunge transportiert und dort über die Atemluft ausgeatmet. Der H2 Atemtest für Laktoseintoleranz misst den H2 (Wasserstoff) Wert in deiner Atemluft nach der Zufuhr von Laktose.

Wie wird getestet?

Der Atemtest ist ein Gerät in das man einatmet, um den Anstieg an Wasserstoff in deiner Atemluft zu messen. Angegeben wird der H2 Anteil in ppm (parts per million). Ein normaler Wert liegt unter 10 ppm. Bei einem eindeutig positiven Ergebnis, steigt der Wert während der Testphase über 20 ppm.

Bei der Durchführung des Tests, muss nach dem Messen des Nüchternwerts, eine Mischung aus Wasser und purer Laktose getrunken werden. Anschließend werden während 2-3 Stunden alle 15-30 Minuten Atemtests durchgeführt. Steigt der Wasserstoff Wert an, aber nicht sofort über 20 ppm, muss die Testphase verlängert werden. 

Vorteile vs. Nachteile

Kann der Test uneingeschränkt und unverfälscht durchgeführt werden, erhältst du direkt ein Ergebnis und weißt sofort ob du laktoseintolerant bist oder nicht. Es wird jedoch keine Unterscheidung zwischen primärer und sekundärer Laktoseintoleranz gemacht. 

Leider ist das Testverfahren (bei tatsächlicher Laktoseintoleranz) mit unangenehmen Symptomen verbunden. Die Einnahme von Laktose auf nüchternen Magen löst die üblichen Beschwerden aus, die über den Testzeitraum hinaus andauern können. Ein ‘normaler’ Tagesablauf ist meist nicht mehr möglich.

Frau hält Verpackung von kiweno laktose selbsttest vor sich

2. Gentest

Auch ein spezifischer Gentest kann Aufschluss über eine (primäre) Laktoseintoleranz geben – ohne Symptome und ohne Sorge um die eigenen Daten.

Was wird getestet?

Bei einer primären Laktoseintoleranz ist der Mangel an Laktase (laktose-abbauendes Enzym) genetisch bedingt. Im Prinzip können nur die Menschen Laktose verdauen, deren Gene sich daran angepasst haben. 

Diese Genmutation kann jedoch nicht gesteuert werden, sondern wird vererbt. Menschen die uneingeschränkt Laktose verdauen können haben das Genotyp TT, Menschen mit einer primären Laktoseintoleranz das CC-Genotyp. Wenn du mehr über die genetisch bedingte Laktoseintoleranz erfahren möchtest, lies dir einfach den passenden Artikel dazu durch:

Mit einem Gentest kann daher festgestellt werden, welches Genotyp man hat und somit ob man genetisch bedingt laktoseintolerant ist.

Wie wird getestet?

Egal ob beim Arzt oder Zuhause: Die meisten Gentests werden mit einem Wangenabstrich durchgeführt (auch Bluttests sind möglich). 

Mit dem Laktoseintoleranz Gentest von kiweno erhältst du mit deinem Testkit einen Abstrichtupfer, mit dem du dir ohne medizinische Vorkenntnisse ganz einfach eine Speichelprobe aus deiner Wangeninnenseite entnehmen kannst. Diese wird anschließend im Labor mittels PCR (Polymerase Chain Reaction) analysiert und dein Ergebnis kommt nach ein paar Tagen per Mail – einfach erklärt und mit hilfreichen Tipps.

Vorteile vs. Nachteile

Der wahrscheinlich größte Vorteil bei einem Gentest ist die symptomfreie Durchführung. Dein Organismus wird während des Tests nicht mit Laktose belastet und somit werden keine Beschwerden hervorgerufen. 

Da deine Speichelprobe erst noch an ein Labor geschickt werden muss, dauert es – im Unterschied zu einem Atemtest – einige Tage bis du dein Ergebnis erhältst. 

Ein Gentest kann eine primäre Laktoseintoleranz bestätigen oder ausschließen. Bei einer Bestätigung bedeutet dies eine langfristige Umstellung.

Wird sie ausgeschlossen und es treten trotzdem Anzeichen auf beim Genuss von Milchprodukten, kann es sich um eine sekundäre, reversible Laktoseintoleranz oder auch eine Kaseinunverträglichkeit handeln. 

Arten der Laktoseintoleranz


Bei einer primären Laktoseintoleranz ist der Laktasemangel genetisch bedingt. Die Produktion von Laktase – das Enzym das für die richtige Verdauung von Laktose verantwortlich ist – wird im Laufe des Alters eingestellt und Milch wird nicht mehr verwertet.

Die sekundäre Laktoseintoleranz ist reversibel und hingegen ‘nur’ ein Symptom für eine Schädigung der Dünndarmschleimhaut. Mögliche Auslöser hierfür sind z.B. Magen-Darm-Infektionen, entzündliche Darmerkrankungen oder auch Darm OPs. Durch die entsprechende Behandlung des Auslösers (Darmsanierung) kann in Folge auch die Laktoseintoleranz wieder behoben werden und der Dünndarm produziert wieder Laktase.

3. Bluttest (Blutzuckerspiegel)

Diese Testart ist nur unter medizinischer Führung in einer Praxis möglich. Da die Messung des Blutzuckerspiegels mit Hilfe von regelmäßiger Blutabnahme zudem recht aufwendig ist, wurde diese Testform weitestgehend vom Wasserstoff Atemtest abgelöst. 

Was wird getestet?

Wenn der Körper Laktose richtig verwertet, wird der Milchzucker in Galaktose und Glukose aufgespalten und in die Blutbahnen geleitet. Im Blut aufgenommen, steigt somit der Blutzuckerspiegel. Wird Laktose nicht aufgenommen, steigt der Blutzuckerspiegel nicht an und eine Laktoseintoleranz kann durch die Messung diagnostiziert werden.

Wie wird getestet?

Wie auch bei dem Atemtest, braucht es für den Bluttest eine Vorbereitung und die Zufuhr von Laktose während des Verfahrens. Die Blutabnahme für die Messung des Blutzuckerspiegels (in mg/dl) erfolgt intravenös über die Armbeuge

Da jedoch das Ergebnis nicht so genau und der Aufwand (invasiv) deutlich höher ist, hat der H2 Atemtest, wird dieses Verfahren kaum mehr durchgeführt.   

4. Provokationstest

Der Provokations- oder auch Expositionstest bei Laktoseintoleranz gehört nicht zu den regulierten Verfahren sondern ist ein einfacher Selbsttest. Es geht darum Symptome gezielt auszulösen, um somit einen Verdacht zu “bestätigen”. Dabei wird während 12-24 Stunden auf laktosehaltige Produkte wie Milch, Joghurt oder Sahne verzichtet, um anschließend eine selbst gewählte Menge zu konsumieren und den Verlauf zu beobachten.  

Obwohl diese Art des Testens vermutlich die kostengünstigste Variante ist, sei sie nicht zu empfehlen, da die Diagnose nicht sehr zuverlässig ist. 

Laktoseintoleranz Behandlung

Diagnose Laktoseintoleranz, was nun?

Wurde bei dir eine Laktoseintoleranz festgestellt, solltest du dich jetzt etwas genauer mit dem Thema Ernährung auseinandersetzen, doch das kann genauso spannend wie erfrischend sein. Hier kommen einige Schritte, die dir auf deinem Weg der Umstellung weiterhelfen können. Genauere Details findest du im Artikel zur Behandlung einer Laktoseintoleranz.

  • Karenzphase: Beruhigung für deinen Darm
  • Toleranzgrenze abstecken (eine gewisse Laktaseaktivität ist noch möglich)
  • Ernährung anpassen
  • Laktasetabletten für den Notfall
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