Mann sitzt auf grauem Sofa und schränkt seine Arme um den Bauch in vorgebeugter Haltung

Blähungen: Ursachen kennen, Hausmittel anwenden und Beschwerden vorbeugen. Alle Infos im Überblick

Blähungen sind ein weit verbreitetes und lästiges Problem, das jeden treffen kann. Sie entstehen durch Gasansammlungen im Magen-Darm-Trakt und können zu unangenehmen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Völlegefühl und Blähgeräuschen führen. In den meisten Fällen harmlos, können Sie mit einfachen Hausmitteln vermieden und behandelt werden. In manchen Fällen ist der Weg zum Arzt jedoch sinnvoll.

Ursachen von Blähungen 

Blähungen sind ein häufiges und oft unangenehmes Verdauungsproblem, das durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden kann. Zu den häufigsten Ursachen gehören Ernährungsgewohnheiten, Lebensstilfaktoren und gesundheitliche Bedingungen. Eine unausgewogene Ernährung, insbesondere der Verzehr von blähenden Lebensmitteln, kann eine erhebliche Rolle spielen. Blähungen entstehen, wenn im Verdauungstrakt Gase produziert werden, die nicht effizient ausgeschieden werden können.

Ernährungsbedingte Ursachen:

  • Ballaststoffreiche Lebensmittel: Bohnen, Linsen, Kohl und Vollkornprodukte können bei empfindlichen Personen Blähungen verursachen.
  • Zucker und Zuckeralkohole: Fructose, Sorbitol und andere Zuckerarten, die in vielen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten sind.
  • Milchprodukte: Bei Menschen mit Laktoseintoleranz können Milchprodukte zu Blähungen führen.
  • Getränke: Kohlensäurehaltige Getränke, Alkohol oder Kaffee können auch Blähungen auslösen
  • Üppige Speisen: Fettige oder sehr süße Speisen können die Gasbildung im Bauch erhöhen. Die Verdauungsenzyme können die Nährstoffe nicht ausreichend zerlegen und Bakterien wandeln diese in Gase um.

Neben den ernährungsbedingten Ursachen können auch Lebensgewohnheiten wie das schnelle Essen und Trinken, Kaugummikauen und das Schlucken von Luft beim Essen Blähungen fördern. 

Darüber hinaus spielen gesundheitliche Bedingungen eine wichtige Rolle. Menschen mit Verdauungsstörungen wie Reizdarmsyndrom (IBS), Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder anderen gastroenterologischen Erkrankungen sind häufiger von Blähungen betroffen.

Bestimmte Medikamente und hormonelle Veränderungen, wie sie während der Menstruation oder Schwangerschaft auftreten, können ebenfalls die Gasproduktion im Darm erhöhen.

Gesundheitliche Bedingungen:

  • Reizdarmsyndrom (IBS): Chronische Verdauungsstörungen, die Blähungen und andere Symptome verursachen.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Laktoseintoleranz, Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) und andere Intoleranzen.
  • Medikamente: Einige Antibiotika und Medikamente zur Behandlung von Diabetes.
  • Hormonelle Veränderungen: Menstruation, Schwangerschaft
  • Störung der Darmflora: sind die Darmbakterien aus dem Gleichgewicht, kann das zu vermehrter Gasbildung und somit zu Blähbauch und Blähungen führen

Blähungen können durch eine Kombination dieser Ursachen entstehen, und das Verständnis der spezifischen Auslöser ist entscheidend für eine wirksame Behandlung und Prävention.

Frau schüttet Tee in eine Tasse auf dem Sofa

Hausmittel gegen Blähungen

Wie bei vielen Verdauungsbeschwerden, gibt es auch gegen Blähungen verschiedene Hausmittel die auf natürliche und pflanzliche Weise, die Beschwerden durch Gase im Bauch reduzieren können. Besonders Kräutertees, Wärme, Bewegung und Probiotika zählen zu den altbekannten Mitteln:

  1. Kräutertees:
    • Pfefferminztee: Beruhigt den Magen und lindert Blähungen.
    • Kamillentee: Wirkt entspannend und entzündungshemmend.
    • Fencheltee: Fördert die Verdauung und reduziert Gasbildung.
  2. Ingwer:
    • Frischer Ingwer oder Ingwertee kann die Verdauung anregen und Blähungen lindern.
  3. Wärme:
    • Eine Wärmflasche,  oder ein warmes Bad kann Bauchkrämpfe und Blähungen beruhigen.
  4. Bewegung:
    • Ein Spaziergang oder leichte Übungen fördern die Darmtätigkeit und helfen, Gase zu entweichen.
  5. Bauchmassage:
  • Eine sanfte Bauchmassage mit verdünntem Fenchel-, Melissen-, Kamillen- oder Kümmelöl kann die Darmbewegung anregen, Spannungen lösen und Blähungen lindern. Dazu mit beiden Händen und sanftem Druck mehrere Minuten im Uhrzeigersinn über den Bauch streichen. Bei Kindern die Massage nur mit Ölen durchführen, die keine Atemnot verursachen (bitte mit dem Kinderarzt, der Kinderärztin besprechen)
  1. Apfelessig:
    • Ein Teelöffel Apfelessig in einem Glas Wasser vor den Mahlzeiten kann die Verdauung unterstützen.
  2. Kümmel:
    • Kümmelsamen kauen oder als Tee zubereiten kann Blähungen reduzieren.
  3. Probiotika:
    • Joghurt, Kefir, Sauerkraut und andere probiotische Lebensmittel fördern eine gesunde Darmflora.
    • Nahrungsergänzungsmittel mit Probiotika, Verdauungsenzymen oder pflanzlichen Extrakten können deine Verdauung nachhaltig unterstützen und Blähungen lindern.

Diese Hausmittel können helfen, Blähungen zu lindern und das Wohlbefinden zu verbessern. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden sollte jedoch ein Arzt konsultiert werden.

Person hält Wasserglas und Pillen in den Händen

Medikamente und Behandlung gegen Blähungen

Sind die Blähungen sehr stark oder halten sehr lange an, gibt es auch Medikamente zur Behandlung. Diese wirken krampflösend, entschäumend oder fördern die Verdauung, dass es gar nicht erst zu übermäßigen Gasbildung kommt. 

Krampflösende Mittel: 

Kommt es durch die Blähungen zu kolikartigen Schmerzen im Bauch, helfen krampflösende Medikamente wie Butylscopolamin oder Mebeverin. Diese Wirkstoffe entspannen die Muskulatur, sind aber zum Teil verschreibungspflichtig

Entschäumende Mittel: 

Entschäumer wie Simeticon und Dimeticon verringern die Oberflächenspannung der Gasbläschen im Verdauungsbrei. Dadurch können die Gase leichter entweichen, vom Körper resorbiert oder über den After ausgeschieden werden. Da sie rein physikalisch wirken und nicht ins Blut gelangen, sind sie sicher in der Anwendung. Diese Mittel sollten zu den Mahlzeiten oder abends vor dem Schlafengehen eingenommen werden, um ihre Wirkung optimal zu entfalten.

Verdauungsenzyme: 

In vielen Fällen entstehen Blähungen weil Fette, Kohlenhydrate oder Eiweiße nicht ausreichend von körpereigenen Verdauungsenzymen verdaut werden. Hier helfen natürliche Verdauungsenzyme zum Einnehmen weiter. Diese werden vor den Mahlzeiten eingenommen, um die Nahrung besser zu verwerten.

Blähungen und Ernährung: Gute und schlechte Lebensmittel 

Lebensmittel wie Fenchel, Ingwer, Pfefferminze, Kamille und Kümmel enthalten natürliche Verbindungen, die die Verdauung unterstützen und Blähungen reduzieren können. Fenchel und Kümmel haben krampflösende Eigenschaften, während Ingwer und Pfefferminze entzündungshemmend und beruhigend wirken. Probiotischer Joghurt fördert eine gesunde Darmflora, die Blähungen vorbeugen kann. Zucchini, Gurke, Spinat, Bananen und Karotten sind leicht verdaulich und verursachen weniger Gasbildung.

Gute LebensmittelSchlechte Lebensmittel
AubergineZwiebel
ArtischockeKnoblauch
KohlrabiLauch
Gegarte PilzeRohe Pilze
FenchelPaprika
GurkeSauerkraut
KürbisWirsing
MangoldRotkohl, Weißkohl
Rote BeteGrünkohl,
SellerieBohnen
RucolaErbsen
SpargelLinsen
Spinatweitere Hülsenfrüchte
TomatenMais
ZucchiniRettich
KarotteRadieschen
Feine BlattsalateTrockenobst
Gute & Schlechte Lebensmittel bei Blähungen

Bohnen, Kohl, Zwiebeln, Knoblauch und Linsen enthalten schwer verdauliche Kohlenhydrate, die im Darm fermentiert werden und Gase produzieren. Kohlensäurehaltige Getränke setzen CO2 frei, das zu Blähungen führt. Unreife Äpfel und ofenfrisches Brot enthalten Zucker und Hefen, die Gärprozesse im Darm fördern. Schweres Vollkornbrot ist ballaststoffreich, was in großen Mengen zu Blähungen führen kann, und Milchprodukte verursachen bei Laktoseintoleranz Verdauungsprobleme.

Person gibt geschnittene Karotten vom Holzbrett mit einem Messer in einen Kochtopf mit Wasser

Blähungen vorbeugen: Genießen, Entspannen, Bewegen 

Blähungen sind in den meisten Fällen harmlos und können durch kleine Umstellungen im Verhalten und der Ernährung präventiv reduziert werden:

Lebensmittel wie Bohnen, Zwiebeln, Kohlgemüse und kohlensäurehaltige Getränke verursachen oft Blähungen. Bohnen können durch Einweichen und langes Kochen bekömmlicher gemacht werden.

Leicht verdauliche Speisen sind besser für den Verdauungstrakt. Fettreiche und schwere Mahlzeiten können Blähungen auslösen.

Kümmel, Anis, Majoran und Koriander fördern die Verdauung und verhindern Blähungen.

Gründlich kauen und langsam essen, um weniger Luft zu schlucken. Mehrere kleine Mahlzeiten sind besser als wenige große.

Regelmäßige Bewegung und Spaziergänge nach den Mahlzeiten bringen den Darm in Schwung. Wärmflaschen, Bauchmassagen und Kräutertees wie Kümmel- oder Kamillentee können ebenfalls helfen.

Ergänze deine Ernährung mit hochwertigen Probiotika, Verdauungsenzymen und Pflanzenstoffen, um Verdauungsbeschwerden zu minimieren. Wer seinen Darm gesund hält, kann sein Wohlbefinden deutlich steigern.

Mann sitzt bei Therapeut, der in ein Notizbuch schreibt

Wann zum Arzt mit Blähungen?

In der Regel müssen Blähungen nicht medizinisch behandelt werden und sind eher harmlos. Es gibt jedoch Fälle, in denen du besser zu Arzt oder zur Ärztin gehen solltest:

  • Die Blähungen werden von starken Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall/Verstopfung begleitet
  • Du leidest regelmäßig und in gewissen Zusammenhängen immer wieder unter starken Blähungen
  • Sie belasten dich sehr stark und du leidest mental darunter 

Zögere nicht ärztlichen Rat aufzusuchen. Auch wenn keiner der Fälle auf deine Situation zutrifft, kannst du immer eine medizinische Behandlung in Anspruch nehmen, um Gewissheit zu bekommen. Der Verdauungstrakt ist ein sehr komplexes System, das uns gesund und munter hält. Wenn du denkst, etwas stimmt nicht, lass dir helfen

Frau hält Kind auf dem Arm, im Hintergrund ein Feld und Sonne

Blähungen bei Kindern

Blähungen sind bei Babys und Kleinkindern sehr häufig und in der Regel harmlos. Sie entstehen durch Gase im Magen-Darm-Trakt, die durch die unreife Verdauung, Luftschlucken, bestimmte Lebensmittel oder Verstopfung verursacht werden können.

In den meisten Fällen helfen einfache Hausmittel wie Massage, Wärme, Bewegung, verdauungsfördernde Tees oder rezeptfreie Entblähungstropfen aus der Apotheke. Bei starken oder langwierigen Blähungen sowie zusätzlichen Beschwerden sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden, um mögliche Ursachen wie Allergien oder Unverträglichkeiten abzuklären.

Schwangere Frau in schwarzem Kleid, im Herbst am See

Blähungen in der Schwangerschaft

Blähungen sind in der Schwangerschaft ein weit verbreitetes und lästiges Problem. Verantwortlich dafür sind sowohl hormonelle als auch mechanische Veränderungen im Körper der werdenden Mutter.

Hormonelle Veränderungen:

  • Progesteron und Östrogen: Diese Schwangerschaftshormone entspannen die Muskulatur im Körper, einschließlich der Darmwände. Dies verlangsamt die Verdauung, wodurch mehr Gas produziert wird.
  • Vermehrte Blutmenge: Die erhöhte Blutzufuhr während der Schwangerschaft kann ebenfalls die Verdauung beeinträchtigen und zu Blähungen führen.

Mechanische Veränderungen:

  • Wachsende Gebärmutter: Mit fortschreitender Schwangerschaft übt die wachsende Gebärmutter Druck auf den Darm aus, wodurch dieser verengt und die Verdauung zusätzlich verlangsamt wird.
  • Veränderte Darmflora: Die Darmflora, die für die Verdauung der Nahrung verantwortlich ist, kann sich während der Schwangerschaft verändern, was ebenfalls zu Blähungen führen kann.

Zusätzliche Faktoren:

  • Bestimmte Lebensmittel: Einige Lebensmittel, wie z. B. Kohlgemüse, Hülsenfrüchte, rohes Obst und kohlensäurehaltige Getränke, können bei Schwangeren zu Blähungen führen.
  • Verstopfung: Ein harter oder seltener Stuhlgang kann Blähungen verstärken.
  • Stress: Stress kann die Verdauung beeinträchtigen und Blähungen verschlimmern.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Blähungen in der Schwangerschaft durch eine Kombination von hormonellen, mechanischen und anderen Faktoren verursacht werden. In den meisten Fällen sind sie harmlos und können mit einfachen Hausmitteln gelindert werden.

Person mit weißem Shirt hält Hände an den Bauch

Häufige Fragen bei Blähungen

Was hilft schnell gegen Blähungen?
Natürliche Mittel wie Fenchel-, Anis- oder Kümmeltee können effektiv gegen Blähungen helfen. Eine ballaststoffreiche Ernährung und regelmäßige Bewegung unterstützen die Verdauung zusätzlich. Medikamente wie Simeticon oder Dimeticon lösen Gase bereits im Darm auf. Die Ergänzung von Verdauungsenzymen hilft zusätzlich die Verdauung zu unterstützen und somit die Produktion von Gasen im Darm zu reduzieren.
Was verursacht Blähungen?
Blähungen entstehen oft durch Bakterien im Darm, die bei der Zersetzung von Nahrung Gase freisetzen. Dies geschieht verstärkt bei bestimmten Lebensmitteln, die als blähend bekannt sind. Allerdings können Blähungen auch auf gesundheitliche Probleme hinweisen. Zu den häufigen Ursachen zählen Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Laktose- oder Glutenintoleranz, das Reizdarmsyndrom, Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen und Lebererkrankungen.
Was tun gegen (stinkende) Blähungen?
Gegen stinkende Blähungen hilft am meisten eine Umstellung der Ernährung. Finde heraus welche Lebensmittel zu Blähungen führen und versuche diese zu meiden, bzw. durch verträglichere Produkte zu ersetzen. Vielen Menschen helfen auch Probiotika, um die Darmflora zu regulieren. Durch die Einnahme von guten Darmbakterien werden Lebensmittel anders verwertet und die Gasbildung kann reduziert werden.
Was essen bei Blähungen?
Wer unter Blähungen leidet, kann auf leicht verdauliche Kost zurückgreifen. Dazu zählen Kartoffeln, Reis, gekochtes Gemüse wie Karotten und Zucchini oder auch Bananen. Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Kohl und weitere “blähenden” Lebensmittel sollten gemieden werden.

Quellen

Chronische Blähungen

Blähungen Behandeln

Glutenfrei & Low FODMAP gegen Blähungen

Essen & Trinken bei Blähungen

Reizdarmsyndrom
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