kiweno Histamintest lieft auf rosa Blumen

Histamin­intoleranz richtig testen: Tests im Vergleich

Die eindeutige Diagnose einer Histaminintoleranz ist nicht sehr einfach. Es gibt verschiedene Testverfahren, die dir dabei helfen können, Gewissheit über den Ursprung deiner Beschwerden zu bekommen. Hier findest du alles was du für einen Histaminintoleranz Test wissen solltest. Welche es gibt und ob sie für dich relevant sind.

Histaminintoleranz einfach erklärt

Anders als bei Allergien auf konkrete Lebensmittel, ist eine Histaminintoleranz (HIT) nicht so einfach zu benennen. Histamin ist nämlich ein körpereigener Botenstoff, der im Normalfall unseren Körper schützt und nach getaner Arbeit im Darm abgebaut und ausgeschieden wird. Zusätzlich gibt es Lebensmittel, die einen hohen Histamingehalt haben und solche, die Histamin im Körper freisetzen (Histaminliberatoren). Menschen mit Histaminintoleranz haben nach aktuellem Wissensstand Probleme beim Abbau von Histamin, was zu Allergie-ähnlichen Symptomen führen kann.

Histamin wird im Darm, in der Leber und der Niere vor allem durch das Enzym DAO (Diaminoxidase) abgebaut. Liegt eine Störung der DAO Produktion vor, kann Histamin nicht schnell genug und ausreichend abgebaut werden. Es kommt zu einem Histaminüberschuss und typischen HIT Symptomen.

Viele der Tests, die bei der Diagnose einer Histaminintoleranz eingesetzt werden, messen die Abbaufähig des Enzyms DAO und damit die Verträglichkeit von histaminhaltigen Lebensmitteln.

Verschiedene Testmöglichkeiten

Wenn du bei dir eine Histaminunverträglichkeit vermutest, gibt es verschiedene Möglichkeiten, dich darauf testen zu lassen. Es gibt Urin, Blut- oder Pricktests, aber auch aufwändigere Stufendiagnostiken. Während Bluttests sogar für zuhause erhältlich sind, braucht es für die Stufendiagnostik ein Anamnesegespräch mit medizinischem Personal. Wir haben drei Testmöglichkeiten genauer für dich beschrieben!

Histamin-Selbsttest mit Laborauswertung

Mit Selbsttests für Zuhause, kannst du eine Histaminintoleranz ganz einfach ohne Arztbesuch testen. Bei dem Selbsttest von kiweno nimmt man sich selbst einen Tropfen Blut ab, der dann auf Blutfilterpapier ins Labor geschickt wird. Dort wird das Blut analysiert, um herauszufinden, ob das Enzym Diaminooxidase (DAO), das Histamin abbauen kann, ausreichend nachweisbar ist. Bei Betroffenen soll die DAO- Aktivität im Blut deutlich vermindert sein.

Ist das Blut ausgewertet, bekommst du das Ergebnis über unsere Gesundheitsplattform my.kiweno mitgeteilt. Mit dazu bekommst du außerdem individuelle Tipps sowie Ernährungsempfehlungen!

Gratis Histamin-Schnelltest

Um besser einschätzen zu können, ob eine Histaminintoleranz bei dir vorliegt und es sich lohnen könnte einen Labortest zu Hause oder in der Praxis zu machen, kannst du folgenden Selbsttest durchführen. Je mehr Fragen du mit „Ja“ beantworten kannst, desto wahrscheinlicher ist eine Histaminintoleranz.

  • 1. Bekommst du nach dem Konsum von Rotwein, Sekt oder Bier häufig Magen-Darm-Beschwerden, Herzrasen, Quaddeln oder Migräne?

  • 2. Bekommst du von Spaghetti Bolognese, Pizza oder Sushi manchmal Magen-Darm-Beschwerden oder Kopfschmerzen?

  • 3. Hast du während oder nach körperlichen Aktivitäten allgemeines Unwohlsein oder Schwindel?

  • 4. Hast du häufig Verdauungsbeschwerden (Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen)?

  • 5. Hast du Beschwerden nach dem Verzehr von Bananen, Schokolade oder Tomaten(-produkten)?

  • 6. Leidest du oft unter Hautausschlag oder Juckreiz?

  • 7. Hast du (Pollen)Allergien?

  • 8. Bist du häufig erschöpft und ohne Energie?

  • 9. Verträgst du Zitrusfrüchte?

  • 10. Reagierst du auf Hitze und Sonne mit Unwohlsein oder Hautirritationen?

  • 11. Ist das Essen in Restaurants oft gefolgt von Beschwerden?

  • 12. Hast du nach dem Verzehr von Salami, Thunfisch oder geräuchertem Schinken Beschwerden?

  • 13. Hast du viel Stress?

Stufendiagnostik bei Histaminintoleranz Verdacht

Um mit der Stufendiagnostik zu beginnen, eignet sich ein Selbstversuch. Mittels gezielter Fragen zur Ernährung, Symptomen und Beschwerden (Beispiel aus HNO-Praxis) kann man herausfinden, ob eine Histaminunverträglichkeit überhaupt möglich wäre.

Als zweiten Schritt sollte man beginnen, ein Ernährungstagebuch zu führen. So kann man die eigenen Essgewohnheiten kennenlernen und das Auftreten verschiedener Symptome mit gewissen Nahrungsmitteln in Verbindung bringen.
Nachdem mittels dieser Selbsttests der Verdacht auf eine Histaminintoleranz verstärkt wurde, steht ein Anamnesegespräch mit medizinischem Fachpersonal an. Es wird eine ausführliche Allergiediagnostik durchgeführt, um schlussendlich eine Histaminunverträglichkeit feststellen zu können.

Welche Ärzt:innen sind die besten bei einer Histaminintoleranz?
Um eine Stufendiagnostik durchzuführen bei Verdacht auf Histaminintoleranz ist ein Facharzt oder eine Fachärztin für Hauterkrankungen (Dermatologe), für Innere Medizin (Internist) oder ein Allergologe der beste Ansprechpartner.

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Histamin-50-Pricktest

Pricktests sind häufig verbreitet, um Allergien festzustellen. Bei dieser Testart wird der vermutete Reizstoff – in unserem Fall also Histamin – als Tropfen in die Haut der Patient*innen geritzt. Besteht eine Unverträglichkeit, erscheinen innerhalb kürzester Zeit kleine Pusteln an der eingeritzten Stelle. Sind die Pusteln nach 50 Minuten immer noch zu sehen, geht man von einem gestörten Abbau des Histamins in der Haut aus. 

Dieser Pricktest wird allerdings kritisch betrachtet, da ein gestörter Histaminabbau in der Haut nicht zwingend auch durch die Nahrung aufgenommenes Histamin schlecht abbauen kann.

frau sitzt in der küche am laptop während des frühstücks

Fazit der verschiedenen Tests

Hier haben wir dir nochmal die drei Testarten zur Bestimmung einer Histaminintoleranz kompakt zusammengefasst:

TestStufendiagnostikPricktestSelbsttest mittels Blutabnahme
TestartErnährungstagebuch → Anamnesegesprächkleiner Einschnitt in die HautBlutabnahme → Labor
Test-Aussage Diagnose anhand individueller und medizinischer Beobachtungen. (Oft kombiniert mit Labortests)Diagnose wenn Quaddeln entstehen und länger als 50 Minuten bleiben.Messung der Diaminoxidase Abbaufähigkeit im Labor
ZuverlässigkeitGut! MittelGut!

Fur einen ersten und einfachen Schritt der Histaminintoleranz Diagnose, empfehlen wir einen Selbsttest für zuhause. Das Ergebnis enthält nicht nur einen konkreten Wert für deine DAO Abbaufähigkeit, sondern du erhältst auch eine Liste mit Lebensmittel(-bestandteilen), die du nicht verträgst – mit den inkludierten Tipps und Ernährungsempfehlungen kannst du gleich optimal dagegen behandeln!

Weitere mögliche Testverfahren

Neben den genannten Tests, die am häufigsten verwendet werden, gibt es weitere Testverfahren, die für die Diagnose einer Histaminintoleranz herangezogen werden:

  1. Messung des Histamingehalts im Blutplasma:
    Bei Verdacht auf eine Histaminintoleranz kann der behandelnde Arzt die Messung der Histamin-Menge im Blutplasma durchführen. Ist der Plasmahistaminspiegel zum Zeitpunkt der Beschwerden erhöht, ist dies möglicherweise ein Zeichen einer Histaminintoleranz. Die Aussagekraft dieses Tests ist jedoch umstritten, da es viele weitere Auslöser für erhöhte Histaminwerte im Plasma gibt.
  2. Messung des Histamingehalts im Stuhl:
    Auch der Histamingehalt einer Stuhlprobe kann helfen, den Verdacht einer Histaminintoleranz abzuklären. Da es jedoch Darmbakterien gibt, die große Mengen an Histamin ausscheiden, ist auch dieser Wert allein nicht besonders aussagekräftig
  3. Urin-Test zur Messung von Methylhistamin:
    Methylhistamin gilt als Abbauprodukt von Histamin. Die Methylhistamin Konzentration im Urin hängt allerdings auch allgemein vom Eiweißgehalt der aufgenommenen Nahrung ab. Daher kann die Messung der Methylhistamin-Menge im Urin nicht eindeutig eine Histaminintoleranz nachweisen.

Histamin­unverträglichkeit – ein verbreitetes Phänomen!

Etwa 15% der Bevölkerung leiden unter einer Histaminintoleranz – oft sogar, ohne es zu wissen! Der Botenstoff Histamin befindet sich unter anderem in stark verarbeiteten Lebensmitteln, aber auch in alkoholischen Getränken (vor allem Rotwein) oder Milchprodukten.

Histamin ist im Körper unter anderem für die Vermittlung allergischer Reaktionen zuständig. Eine Histaminunverträglichkeit kann sich zum Beispiel durch Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Hautausschlag oder Blähungen äußern. Das kann je nach Stärke der Intoleranz und von Person zu Person variieren.

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