“Ich wollte ein Teil davon werden” – 16.01.2016

16.01.2016

Praktikum. Wer schnell Verantwortung übernehmen möchte, ist in einem Start-up meist gut aufgehoben. Caroline Ramberger startete als Praktikantin, fünf Monate später war sie fix im Team.

Im vergangenen Sommer stieß Caroline Ramberger zu Kiweno. Einem in Wien und Tirol ansässigen Start-up, das einen Selbsttest für Nahrungsmittel­unverträglichkeiten entwickelt hat. Als Praktikantin für Onlinemarketing. Für sechs Monate. Die IBWL-Studentin, die zuvor einen Publizistik-Bachelor erworben hatte, war gerade vono ihrem Auslandsemester in North Carolina zurückgekommen und suchte einen Vollzeitjob. Bei einem Start-up.
Aus mehreren Gründen, sagt die 25-Jährige: “Weil ich mich im Studium auf Entrepreneurship spezialisiert habe und Start-ups ein hippes Image haben.” Die Entscheidung für Kiweno fiel ihr leicht: Im ausgeschriebenen Praktikum sah sie die Chance, “das Schreiben mit dem Wirtschaftlichen” zu verbinden, sie war beeindruckt, dass die Gründerin, Bianca Gfrei, nur ein Jahr älter ist als sie selbst. Und, sagt Ramberger, weil ihr die Geschäftsidee gefallen habe: Mit dem Test, der etwa ein Drittel von jenem beim Arzt kostet, lassen sich Reaktionen auf 70 Nahrungsmittel feststellen. “Ich wollte ein Teil davon werden.” Und der wurde sie: fünf Monate nach dem Start ihres Praktikums bot man ihr eine Anstellung als Community Managerin an.

Das Neue, Große begleiten
“Die gestiegene Präsenz von Start-up-Themen in der öffentlichen Wahrnehmung war bestimmt ein Grund dafür, dass Start-ups als mögliche Arbeitgeber attraktiver werden”, sagt Rudolf Dömötör. Er ist Direktor des Entrepreneurship Center Network (ECN), einer Plattform zur fächerübergreifenden Vernetzung und Förderung von Entrepreneurship im universitären Bereich. Das ermögliche vielen – nicht nur den Gründern -, Teil der Start-up-Szene und in der Regel schnell wachsenden Unternehmen zu werden. Verbunden sei das, sagt Dömötör, mit der Hoffnung,

    • von Anfang an “beim Entstehen von etwas Neuem uns vielleicht auch Großem, jedenfalls aber hoffentlich Nachhaltigem dabei zu sein und einen wichtigen Beitrag dafür zu leisten”.
    • Nicht nur ein kleines Rädchen in einer großen Organisation zu sein, sondern relativ rasch (große) Verantwortung übertragen zu bekommen und einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leisten zu können.
    • Außerdem erhoffen sich viele Praktikanten, sagt Dömötör, in einem Start-up die Möglichkeit, in viele verschiedene Unternehmensbereiche eintauchen zu können. Ganz gleich ob Marketing, Verkauf oder Produktentwicklung.

Was sich Praktikanten zudem erwarten, ist eine andere Unternehmenskultur als in etablierten Unternehmen: Prozesse sind selten festgefahren, was mehr Raum für Kreativität eröffnet und meist ein Klima der Offenheit ermöglicht.
Praktikanten werden meist auch stärker sichtbar und ihre Leistungen deutlicher wahrgenommen. Daher empfiehlt Dömötör Praktika für mindestens zwei Monate. Das sei genug Zeit, um sich einzuarbeiten und sich auch “produktiv und effektiv einbringen zu können”.

Professionell improvisieren
Und noch etwas erwähnt Dömötör: Eine Fähigkeit, die Praktikanten in Jungunternehmen erproben und unter Beweis stellen können: “Man lernt – bei aller Professionalität der meisten Start-ups – sehr rasch zu improvisieren.”
Das weiß auch Caroline Ramberger aus der Erfahrung der vergangenen Monate. Flexibilität ist gefragt. “Manchmal arbeitet man lange und intensiv an einem Thema, das sich im nächsten Augenblick schon wieder überholt hat und überflüssig geworden ist.”
Wer sich genaue Anleitung erwartet, wie sie vielleicht größere Unternehmen bieten, wird enttäuscht: “Ich habe viele Möglichkeiten, mich zu entfalten und Verantwortung zu übernehmen. Dafür bin ich voll involviert.” Das sei anfangs hart gewesen, musste sie sich doch viele Fertigkeiten selbst aneignen. Dank intensivem Feedback gelang das gut. Und das sei gut für ihre Entwicklung gewesen: “Ich habe extrem schnell viel gelernt.”

Die Presse

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