Besser essen nach Selbst-Test – 06.06.2015

06.06.2015

Ernährung. Ein Start-up überprüft Blutproben auf 70 Nahrungsmittel­unverträglichkeiten
von Gerald Reischl

Sie ist ein Energiebündel, selbstsicher und zielstrebig – alles Eigenschaften, die eine gute CEO braucht. Die Augen von Bianca Gfrei leuchten vor Begeisterung, wenn man mit ihr über ihr Start-up spricht. Von ihrer Präsentation bei der Start-up-Messe Pioneers Festival, die in der Vorwoche in Wien stattgefunden hat, waren Jury und Publikum begeistert. Das brachte ihr den Sieg bei der “Post Star-up Challenge” und 45.000 Euro Preisgeld ein.
“Kiweno” heißt das Start-up, das sie gemeinsam mit Robert Fuschelberger (COO) und dem medizinischen Leiter Roland Fuschelberger gegründet hat. Das Unternehmen fokussiert sich auf das Thema Lebensmittelunverträglichkeit und bietet kostengünstige Tests an, mit denen Menschen nicht nur erfahren, welche Unverträglichkeit sie haben, sondern auch, wie sie sie loswerden.

Funktionsweise
Man bestellt das Test-Set (99 Euro) auf kiweno.com, gibt einen Tropfen Blut oder Speichel (hängt vom Test ab) dazu und schickt den Test zurück an Kiweno. Von einem deutschen Labor wird der Test analysiert und etwa zwei Wochen später sind die Daten auf einer Webseite abrufbar. Der Kunde hat nicht nur eine komplette, grafische Übersicht über die Auswertung, sondern es wird gleichzeitig der Therapieplan eines Arztes mitgeliefert. “Nach wenigen Wochen spürt man deutliche Verbesserungen, nach drei bis sechs Monaten sollte die Unverträglichkeit weg sein”, so Gfrei. “Die Idee ist mir vor zweieinhalb Jahren gekommen”, erzählt Gfrei. “Ich hatte selbst eine Unverträglichkeit, permanent Bauchschmerzen und regelrecht Angst vor dem Essen, weil ich nicht mehr wusste, was mir gut tut und was nicht. Es war ein Ärztemarathon für mich.”
Da es in ganz Westösterreich nur eine Handvoll Ärzte gebe, die sich mit der Thematik befassen, habe sie mit Internisten und Sportwissenschaftlern ein Start-up gegründete. Medizinische Erfahrung hatte Gfrei keine. Dieses Know-how brachten ihre Co-Founder mit. Dafür hatte sie Erfahrungen im Digital Marketing, im Corporate-Bereich bei Swarovski und bei einer studentischen Unternehmensberatung gesammelt.

Heilbar
Warum das Thema so wichtig ist: “Unverträglichkeiten sind in den meisten Fällen nicht angeboren, sondern erworben. Man kann sie also meist rückgängig machen”, erklärt die Kiweno-Gründerin. Bis aus der Idee ein Produkt wurde, mussten aber einige Hürden überwunden werden, vor allem, wie man die Blutmenge soweit reduzieren konnte, dass die Tests auch zu Hause durchführbar sind.

Weitere Tests
Im Sommer werden weitere Selbst-Tests ins Portfolio aufgenommen – ein Stress-Test, mit dem Stresshormone ausgewertet werden, sowie ein Serotonin- und ein Vitamin-B-Test.
Der Unverträglichkeitstest wird 99 Euro kosten. “Wir möchten es jedem Menschen ermöglichen, sich diese Tests leisten zu können. Über gute Nahrungsmittel bekommt man die meiste Energie, die Natur weiß, wie Nahrungsmittel zusammengesetzt sein sollten”, sagt Gfrei. Daher gibt es neben der Therapie auch Alternativ-Vorschläge für die Ernährung, etwa was man statt Eiern zum Backen verwenden kann oder welche kostengünstigen Möglichkeiten es gibt, gutes, proteinreiches Essen herzustellen.

Kurier

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